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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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zweyten Tempel opfern zu lassen. ) Sehet nun da<gegen das Betragen der Diener des neuen Testaments!Sollten diese wohl mit gutem Gewissen von sich sagenkönnen, daß sie die vernünftigen Verehrer Gottes, alsdie Fremdlinge des Christenthums, nicht zu bedrängenoder zu unterdrücken suchten, sondern vielmehr liebtenals sich selbst? sie, deren Mund von dem innern Hasse, und Religionscifer gegen solche Leute öffentlich übersiies-set. Sollten sie es wohl über ihr Herz bringen können,,,dieselbe Christgcnvssen, Religionsverwandre und From-me zu nennen, oder sie an der Seligkeit Theil nehmenzu lassen? da sie dieselben mit allen Unchristen, Reli-gionssoöttcrn, Atheisten und Gotteslästerern in eineKlasse setzen? Sollten sie ihnen wohl mit gutem Willeneine bürgerliche und Religionsfreiheit zugestehn? widerderen Aufkommen sie Himmel und Erde, Obrigkeiten.,und Pöbel, zu beweg.-n trachten? Niemand wird unsernprotestantischen Thcologis, geschweige den pabstischen,solche Sanftmuth und Duldung zutrauen; und ich zwei-sie nicht, wenn manche glaubige Seelen nur von solcher».Nachsicht hörten, sie würden schon in Eifer wider diese,.Ungläubige gerathen. Ein Zeichen, daß sie schon vonihren Lehrern in eine unzeitige Hitze wider alle, die nichtihres Glaubens sind, gebracht worden !

Nun möchte ich doch wissen, ob diese geistliche Her-ren von Christo, dem Lehrer der allgemeinen Menschen-

O 4 liebe,(*) So haben ^!ex»n6ei-N. kZeIio6orus,^ntlocnnsLu.xstoi-, l>cc,!emaeus Cuei-xeta, ^uZuüuZ, Vitellws fürsich im zweyten Tempel opfern lassen- Vi6. H>U->».et L. Üb. III- csp. iv. et vn.