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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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und gaben mithin ihren Nachfolgern in der christlichen,,Kirche ein rühmliches Beyspiel, wie nahe sie die ver-nünftige Religion auch mit der christlichen verwandthielten, und wie entfernt sie von deren Verkleinerung,Beschimpfung und Unterdrückung wären. Woher ha-ben denn die heutigen Lehrer des Christenthums das ge-,,lernt, daß sie vernünftige Verehrer Gottes bey der Ge-meine mit verhaßten Benennungen anschwärzen, als obsie gar keine Religion hatten? Woher gönnen sie diesenallein kein freyes Bekenntniß der erkannten Wahrheiten,da sie alle übrige Ungläubige und Irrgläubige dulden?Mit welchem Rechte mischen sie sich in die Verfassungdes Staates, solche unschuldige und rechtschaffene j.eute,auch durch obrigkeitliche Hülfe, auH der bürgerlichen Ge-sellschaft, und allen daher entstehenden Vortheilen zuverdrängen?

Es ist demnach solche Unterdrückung der vernünf-tigen Religion und ihrer Verehrer, welche die neuernchristlichen tehrer zur Maxim gemacht haben, sowol demalten als neuen Testamente, sowol dem Gesetze Mvsisund dem Betragen der jüdischen Kirche, als der Regelund dem Exempel Christi und seiner Apostel gerade ent-gegen. Aber wenn wir auch die Sache an sich selbst be-frachten, so zeiget sich die offenbarste Unbilligkeit in derheutigen Methode, welche in der Christenheit herrscht»Ein jeder Mensch soll glauben, oder nicht in der mensch-lichen, es sey geistlichen oder bürgerlichen, Gesellschaftgeduldet werden. Wie kann man aber das als einePflicht uud Schuldigkeit fordern, und es mit einer Stra-ffe verknüpfen, was nicht in der Menschen Macht «nd

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