„und'fteyemWillkühr stehet, ja manchem nach seiner Ein-„sicht von sich selbst zu erhalten, unmöglich wird? Ent-weder umffen dadurch Heuchler im Christenthums entste-„hen, oder man muß ihnen auch erlauben, daß sie frey„und ohne Krankung ihres bürgerlichen Wohlstandes be-kennen, sie glaubten es nicht, und könnten sich aus den„und jenen Ursachen von dem Glaubenssystcm und dessen„Artikeln nicht überführen. Die Menschen sollen glau-„bcn, ehe sie noch zu den geringsten Begriffen, Urtheilen„und Prüfungen des geglaubten fähig sind. Sie sollen„glauben, was über die Vernunft ist, ehe sie von dem,„was der Vernunft fasslich ist, eine Einsicht haben. Wie„läßt sich eine Religion, oder Erkenntniß Gottes, ohne„alle Begriffe, ohne alles Vermögen der Einsicht pflanzen ?„Wie kann ein geheimnißvoller Glaube Statt finden, der„nicht auf die Anfangsgründe einer vernünftigen Religion„gcbauet ist? Daraus kann nichts als ein blinder Glau-„be entstehen, da die Menschen selbst nicht wissen, waS„sie glauben, noch warum sie es glauben. Denn weil„man ihnen von der Kindheit an alle vernünftige Erkennt-„niß von Gott und göttlichen Dingen in den Lehrbüchern„sorgfaltig entzieht, und ihnen wider die Vernunft und„deren Gebrauch in dem, was des Geistes Gottes ist,„kraftige Borurtheile beybringt: so kann nichts, als ein„blinder Glaube übrig bleiben. Die Menschen sollen oh->,ne Vernunft blos glauben, und dadurch fromme Chri-„sten werden; da doch der Mensch allein dadurch, daß er„eine vernünftige Creatnr ist, vor allen Thieren einer Re-„ligion fähig wird, und sich durch vernünftige Bewegungs-„gründe zum. Guten ziehen läßt. Wie kaun man denn
„Christen