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2. Dennoch, inuß ich hinzufügen, würde mich dieseBeziehung auf Neusern blos und allein nicht haben be-wegen können, die mitgetheilte Stelle vor allen andern zuwählen, wenn ich nicht, in ihr auch einen besondern Punkt'der Gelehrsamkeit auf eine ganz besondere Art berührt zufinden, geglaubt hatte. Ich meine hiermit, waS der Ver-fasser von den ?rolel)tt>8 portue in der alten JüdischenKirche behauptet. Nicht als ob die Sache selbst nichtlängst bekannt wäre: es ist blos die Anwendung aus un-sere heutige Deisten, die mir neu und ihm völlig eigen zuseyn scheinet. Sie hat etwas sehr blendendes, diese An-wendung; und ich wünschte um so mehr, sie aus den Quel-len geprüft zu sehen, je weniger ich meinem eigenen Ur-theile in mir so fremden Dingen trauen darf. Indeß dün-ket mich doch, daß, wenn man schon zugeben müßte, daßdiese ?ro5el^ti r-ortae nichts als. Deisten gewesen, damitgleichwol noch nicht erwiesen sey, daß sie auch alle die Frey-heit unter den Juden genossen, auf welche die heutigen De-isten unter den Christen Anspruch machen. Wenn we-nigstens der Verfasser selbst zugicbt, daß das Siebente derNoachischen Gebote sie keineswcges als ein Naturgesetzverbunden habe, sondern nur hinzugefügt worden, umden Juden kein Aergerniß zu geben: so dürften sie leichtmehrern solchen Einschränkungen in Beziehung auf dieherrschende Religion, der sie nicht zugethan seyn wollten,unterworfen gewesen seyn. Falls sich nun dergleichen fän-den : sollten wohl nicht aus ihnen Bedingungen herzuleitenseyn, unter welchen sich auch die Christen könnten undmochten gefallen lassen, Deisten in ihren Pfälcn zu dul-den? Aber unsere Deisten wollen ohne, alle Bedingung
gedlil-