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Und das er das zu teutsch hat geprachtVon Latein, so muß sein gedachtUmer zu gut werdenZn Himel u. auf erden.
Dieses schrieb Gottsched im Iunius 1756 (^), einJahr vorher, ehe die Schweißer ihre Ausgabe an daSLicht treten liessen. Gleichwohl wußten sie entweder da-mals von Gottscheds Entdeckung noch nichts, oder woll-ten nichts davon wissen; sondern erst in der Vorrede znder bald darauf erscheinenden Lhriemh.lden Rache,fanden sie für gut, mit gänzlicher Verschweigung vonGottscheds Namen, Gebrauch davon zu machen. „Man„hat, sagen sie, „die Fabeln aus den Zeiten der Minne-„singer, von deren Verfasser itzt bekannt ist, daß er der„Burggraf von Riedenburg gewesen, von welchem wir„etliche artige Strophen in der Manessischen Sammlung„haben , mit dem Lobe beehrt u. s. w. „ Und in der Noteberuffcn sie sich desfalls auf eben dieselbe Handschrift un-serer Bibliothek, und führen eben dieselben Zeilen darausan, die wir Gvttscheden daraus anführen gesehen. In-dem sie nun Gottscheden die Ehre dieser kleinen Entdeckungnicht gönnen wollen: so waren sie es werth, wenn manihnen nun nachsagte, nicht, daß sie sich blos von ihm ver-führen lassen, sondern daß sie, bey eigener Einschaltungder Handschrift, sich freyerdings der nehmlichen Ofcitanzschuldig gemacht, die ich an Gvttscheden bewundere»Doch ich weiß, daß sie dieses nicht haben; und höchstenskann ihnen nur die voreilige Zuversichtlichkeit zur Last ge-legt werden, mit welcher sie versichern, daß der Dichter
Rieden-
") Neuestes ans der ammithigen Gelehrsamkeit, S. 424.