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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Riedcnburg von Gottscheds Schaffimg, ebenderselbeBurggraf von Rierenburg sey, von welchem uns dieManessische Sammlung einige Strophen ausbehalten.Denn hierzu konnten sie, ausser der Ähnlichkeit des Na-mens, doch nicht den geringsten Grund haben; welcheÄhnlichkeit für sich allein, selbst alsdcnn so viel alsnichts beweisen würde, wenn anch Gottscheds Vorgebenschon seine völlige Richtigkeit hatte.

Nun aber, da auch diese wegfallt-Denn kurz;

wahr ist es zwar, daß Gottsched den Von ihm so und sobeschriebenen Codex aus unserer Bibliothek gehabt, unddaß sich in demselben die angeführten Zeilen von Wort zuWort befinden. Allein es ist nur Schade, daß sie dasnicht sagen, was sie Gottsched sagen laßt, und daß dergute Mann nur zwey Zeilen hatte weiter lesen dürfen,um seinen Irrthum einzusehen, welcher, mit einem Wor-te, darinn besteht, daß er für den Verfasser den Macendes Verfassers, für den Dichter den vornehmen Man»genommen hat, dem zum Besten ersterer gedichtet oderübersetzt zu haben versichert.

Der Epilog nehmlich , welchen ich aus der Bamber-ger Ausgabe (*) angeführet habe, und welcher sich da-selbst mit den Worten Sein sele befind nvmcr v?eeschließt, hat in unserer Handschrift noch einige Zeilenmehr, deren Anfang ebendieselben sind, auf welche sichGottsched beruft. Wenn nun also ans den Wunsch, fürdas Wohlergehen dessen, für den der Poet gedichtet:

Und wem cs zu lieb getichtet seyDer muß ynier werden frey

A z Vor(-) Erster Beytrag, S. 22.