> < 25 ) '
allerneueste, und eigentlich nur der Anfang einer Hand-schrist, indem sie blos die ersten 40 Fabeln und in dernehmlichen Ordnung enthält, wie sie in der SchweißerAusgabe vorkommen. Iu Gemälden ist Platz gelassen,und daß sie auch nur auf Papier ist, verst.hr sich. ZumVergleichen ist sie indeß noch immer gut; und ich könnteaus ihr, so wie aus der dritten, mehr als eine gute Les-art anführen, wenn ich mich langer hierbey verweilenwollte.
Dafür will ich lieber noch alles zusammenraffe«,was ich über die Quellen und das Zeitalter des Dichterszu sagen habe.
Aus dem Epilogus haben wir gesehen, daß derDichter selbst bekennet, seine Fabeln nicht erfunden, son-dern blos aus dem Latein übersetzt zu haben. Und washätte ihn bewegen können, dieses Bekenntniß zu thun,wenn es nicht der strengsten Wahrheit gemäß gewesenwäre? Er war ja kein satyrischer Dichter, der die Rach-sucht irgend eines beleidigten Thoren zu fürchten hatte.Fabeln sind ja auch keine Erzählungen, denen er durchein solches Vorgeben historische Glaubwürdigkeit etwahätte verschaffen wollen. Die eigne Erfindung, wennsie der Reimer auch nicht für das Hauptverdienst haltenwill, ist doch wohl wenigstens ein Nebenverdienst, dessener sich nicht zu schämen gehabt hätte; oder, nächst derGabe zu erzählen, ein Verdienst mehr. Also, noch ein-mal, was hätte ihn bewegen können, sich nur überhauptfür den Uebersetzer auszugeben, wenn er sich noch einesandern Titels dabey bewußt gewesen wäre? Gleichwohlgab sich Gottsched das patriotische Ausehen, an der
B 5 Wahr-