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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Zeit nahmhaft macht, zu der unser Fabeldichter wohl un-streitig gehöret hätte, wenn er schon vorhanden gewesenwäre. Diese Stellen finden sich auf dem yten und 82stenBlatte der einzigen gedruckten Ausgabe des Renners,und sind Von solcher Wichtigkeit für den deutschen Littera-tor, daß ich nichts überflüßiges zu thun glaube, wenn ichsie ein andermal mit den nöthigen Erläuterungen undVerbesserungen aus den vortrefflichen Handschriften ganzmittheile, die unsere Bibliothek von diesem merkwürdigenGedichte besitzt. Ztzt will ich blos diesen halben Beweis,der aus einem nicht zu verzeihenden Stillschweigen herge-nommen wäre, durch einen Zusatz verstärken, wodurch erzu einem ziemlich vollständigen Beweise erwächst.

Nehmlich: nicht genug, daß Trimberg von un-serm Lsner nichts weiß; in beyden finden sich Stellen,die sich wie Original zur Kopie verhalten, und die mannur ein wenig genauer ansehen darf, um sich zu überzeu-gen, daß die Originalität völlig auf Trimbergs Seite ist,und folglich Trimbcrg auch früher geschrieben haben muß»Von diesen Stellen will ich nur die hauptsachlichste wäh-len, welches die Erzählung von dem prälarcn mir denBirnen ist, die ich bereits unter so mancherley Gestaltals eine Bonersche Erzählung dem Leser vorgelegt habe.Diese nun hat auch Trimberg; und hat sie so, daß siesich unmöglich in einem so allgemein bekannten Werke,als BonerS Fabeln seit ihrem Daseyn gewesen zu seynscheinen, bereits kann befunden haben. Denn er führetsie ausdrücklich mit den Worten ein:

Ei»