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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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diesem Irrthume gekommen, dem Versificaror den Na-men des Urhebers beyzulegen, kann ich leicht begreiffen,wenn ich annehme, daß zu seiner Zeit in den Schulen Z-taliens eben solche Sammlungen von Fabeln gange undgäbe gewesen, dergleichen ich an der Greinhoroelfthenindem iten Beytrage beschrieben, in welchen die elegiei-schen Fabeln unsers Anonymus den prosaischen desLlvo-mulus untergeordnet waren. Indeß kann GyralduS nicht einmal diese Schulbücher genau angesehen haben,geschweige, daß er gar Handschriften darüber zu Rathegezogen hätte. Denn in diesen steht die Zuschrift desRomulus an seinen Sohn T^berriims, oder T>'beri-»ms, jederzeit vor den prosaischen Fabeln, und der Ein-gang zu den elegieischen enthält von diesen Namen keinen.Auch sagt Romulus in jener Zuschrift ausdrücklich:eßv Komulus trgnlluli cle ZrTco in lütinum. Wohernnw Gyraldus das besser wissen wollen; aus welchemGrunde er einen Schriftsteller, der sich selbst für nichtsweiter als Uebcrsetzer ausgiebt, zum Erfinder machen zumüssen, geglaubt hat, wünschte ich wohl belehrt zu seyn.Noch begieriger aber wäre ich zu wissen, wer der Salovon Parma seyn sollte, mit dem seine ^andsleute denRomulus so gern verdrengen möchten. Noch habe ichnirgends etwas von ihm in Erfahrung bringen können;und auch Gesner kannte ihn nicht weiter, als ausdieser Stelle des Gyraldus. Daß aber unter denInxprÜ8 ^lexanelri nichts anders zu verstehen sey, als dieGrammatik des Alexander de Villa Dei , ist wohlunstreitig. Sie ist in tconinischen Versen, führt denTitel OoQrmale, und war seit der ersten Hälfte des

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