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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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vs'ö»', K^mac //^»--zko? l'iberinc» Klio luo 5-iIutem mit-tit. Z^ilanr bezeugt in der Note seine Verwunderungüber diesen Zusatz, und gerath dadurch auf die Vermu-thung, die auch nach ihm Christi) und Hr. Haupt-mann'^°) geausscrt haben, es sey hier der letzte abend-ländische Kaiser Romulus oder Momylws Äugustu-lus gemeynet. Wie ungewiß und unwahrscheinlich dieseVoraussetzung sey, darf ich wohl kaum bemerken; we-niqstens führt sie uns um keinen Schritt weiter. Aberwahrscheinlicher dünkt es mir, daß man in jenem barba-rischen Zeitalter, in welchem diese Fabeln entweder ent-standen, oder wenigstens gangbarer zu werben ansiengen,ihr 'Ansehen dadurch zu heben gesucht habe, daß man ih-nen einen römischen Kaiser zum Urheber oder Dolmetscher,und den Unterricht seines SohnS zur nächsten Bestim-mung gab. Um den Namen dieses Kaisers und diesesSohnS war man nicht lange verlegen. Daß er römi-scher Kaiser war, oder daß der Stifter Roms so geheis--sen hatte, reichte vielleicht schon hin, jenen Rsmuluszu nennen; und da der zweyte römische Kaiser Tiberiushieß, so gab man dem Sohn einen ähnlichen Namen»Wer mit dem Dichtmigsgcifte jenes Zeitalters näher be-kannt ist, wer sich erinnert, wie viele Geschichtchen z.B.-in den Gestis Romanorum einem römischen KaiserLucius, Cajus, Claudius , u. bergt, angedichtetwerden, wer an die Fabeln denkt, die man dem KönigeAlfonjus als Urheber beylegt, wird diese VermuthungVielleicht um so viel wahrscheinlicher finden»

Viel

6) ksbuZsr. Veternm ^Llvpiar. I.ibrI II. 174Y. p. 77.I^otitia brevior .'mtror. veterum Lr. et. I>atmor-Qerse A 1^5. 1779. Z. x>. 267.