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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Viel unwahrscheinlicher ist sie wenigstens nicht, alsein ähnlicher Beweis von der Unwissenheit des damaligenZeitalters, der sich in einem andern Znsatze andrer Hand-schriften und Abdrücke zu dem Namen dieses Romuluswirklich findet, und dessen Entdeckung, so leicht sie war,doch, so vi^l ich weiß, den bisherigen Forschern entgan-gen ist. In der alten Ulmer Ausgabe fängt die Zuschriftdes vorgeblichen Romulus an seinen Sohn mit diesenWorten an: Komulus rvberino 6!io 6e civilste stticaK. Tlopus ^m6sm Komo Zrgecus er inZeniosus 6iL»und in der darunter befindlichen SrcinhoMclischcn Uesberseßung: Romulus Ancm sun von der starr arhe-Nis, hall. Esöpus ist geLvesen ein s^ner^chcrman Griechen, u. s. f. Der Zusatz ^ c-n'^te Äk-

wem ist er hier nicht sehr befremdend? Meh-rere Gelehrte haben ihn ans guten Glauben angenom-men und nachgeschrieben; selbst Christ, S. ZZ. seinerProlusion; ob er gleich eben daselbst am Rande diesenFabulisten spöttelnd ^6-?», /jtt!V//

nennt, und ans der folgenden Seite, da er wiederauf ihn zurückkommt, und der prosaischen Metaphraseder phädrischen Fabeln erwähnt, die Erinnerung hinzu-setzt: Kac t.im bsrbar» sb ipso Komulo,^->/-,tt>«, elle pro5e<Ig, cum igric» 8c (Z^rzlä! tenimo-nium,tum arxumentz e l'Keotisco Komulo petits, nonx-itiuntur. Keiner äusscrt den geringsten Zweifel über dieNichtigkeit dieses Zusatzes. Und doch dünkt es mir ganzauffallend zu seyn, daß er durch Versetzung, oder nur durchirrige Interpunktion, entstanden sey. Er gehört nämlichAicht zum Romulus, sondern zum Aesopus, mit dessen

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