Zeitschrift 
Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

c 91)

wie von den Rheinländern und Schwaben gebrauch? sey. Inunserm Koder kommt jener Doppellaut sehr häufig, undselbst in den Reimen, vor. Auch die, nach Hrn. HodmersMeynung spater erstandene Neuerung, sich ihrer in weib-lichen Endungen, z.B. RnMAem, zu bedienen, findetman schon hier; und so war diese Art zu sprechen und zuschreiben schon alter, obgleich seltnerer Brauch; nicht Neue-rung. Daß sich daö auch hier vorkommende ie, startdes langen i, in den ältesten Schriften, schon selbst beymAero, findet, hat auch Hr. Adclunrr. bemerktDaß übrigens ein Abdruck des gegenwärtigen GedichtSnach unsrer Handschrist, die sich der itzigen Schriftspracheschon weit mehr nähert, selbst nur dieses Umstandes we-gen rathsamer gewesen wäre, ergiebt sich wol von selbst.

Weit beträchtlicher aber ist der schon berührte Vor-zug ihrer größern Richtigkeit, den itzt die Vergleichungihrer L.ejearrcn einleuchtend machen wird. Ich h.,be mirdie beschwerliche Mühe einer durchgängigen Vergleichungunsrer Handschrift mit dem von Hrn. Casparson geliefer-ten Abdrucke des ersten Theils aus der caffelischen, nichtverdrießen lassen; und man wird finden, daß sichs sehrder Mühe verlohnte, sie anzustellen. Freylich kommtdiese Vergleichung nun, da der Abdruck dieses erstenTheils vollendet ist, für ihren zweckmäßigsten Gebrauchzu spar; allein früher war ich nicht im Stande, sie an-zustellen; und schwerlich würd' ich mich überall dieftr Ar-beit unterzogen haben, wenn mich die Ergänzung düserBeyträge, und der öftere Anstoß bey der ersten Lesungjenes Abdrucks, nicht dazu veranlasst hatten. Auf klei-nere

-) wörterb. Th. II. S. 1350.