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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Wie cuier sein Haros so! versorgen; bann folgt daserste von denen, die ick ausgewählt habe; und noch vierandere kürzere Denkvcrse füllen die zweyte Seite jenesBlatts. Das XXXIXste fangt dann mit der Rubrik, oderrothen Überschrift, an: Hernach vsiZcn gar hüb-sche priame!^), die nir fast Zeystlich vnd auchnie schampcr ^) ssmd Sünder nuylicb vnnd gurkurgroe^lich zehoren sind. Aus diesen habe ich nurdie besten und sinnreichsten gewählt, manche auch nuvihrer zu großen i.ange wegen vorbeygslassen. Viele daruntersind, wie auch der sel. Aesstttg schon bemerkt hat, voneiner ganz besondern Gattung; und dies Besondere be-steht vornehmlich darin, daß zu mehrern Subjekten, odeszn mehrern Vordersätzen, deren eine ganze Reihe nacheinander ausgeführet wird, am Ende ein einziges gemein-schaftliches Prädikat, oder Ein gemeinschaftlich auf alleVordersatze anwendbarer Nachsaß, gesetzt wird, worinentweder die Gleichheit oder die Unverträglichkeit der ange-führten Subjekte angegeben, oder auch ihr gemeinschaft-licher Werth oder Unwerth bestimmt wird. Von dieserArt sind unter den von mir ausgewählten Stücken dassechste, siebente, zehnte, eilfte, zwölfte, dreyzehnte,vierzehnte, u. a. m. Manche darunter haben zugleichein oder mehrere Geftllschastsstücke, oder Parodien, nebensich, worin das nämliche Prädikat, oder dessen Gegentheil,

auf

5) Dieß Wort finde ich in den Überschriften alter poetischer undmusikalischer Stücke sehr oft, nirgends aber eine Erklärungseiner eigentlichen Bedeutung undHerleitnug. Ist es vielleichtans dem lateinischen Worte entstände!??

^) d. ^anstößig, schandbar.