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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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bey, nach einer Vorrede, die Legende, xvie der Rosett-krany ist aufi?ttn:e>,, vorausgeschickt wird. Die Ge-bete des Rosenkranzes selbst schliessen mit einer Ueber-setzung des Salve Regina. Den übrigen Raum, biszum l.XXIIsten und letzten Blatte füllen noch mehrereVerse verschiednen Werths und Inhalts, zum Theil auSdem Fre^dank und Renner gezogen. Zwey besondersrubrüirte Abtheilungen darunter enthalten Reime überdas Aderlassen in den zwölf himmlischen Zeichen, undhübsche pr^amel von dem rod wie man jn anfichr für ein grausamlich gestalt so finster ma-ger und rran?rig. Diese letzten, sind ein Gesprächzwischen dem Tode und dem Menschen.

Nach dieftr Beschreibung der Handschrift braucheich es wohl kann, erst zu sagen, daß sie eine Art vonpoetischer Chrestomathie, eine Sammlung von mehrer-ley Gedichten, und von mehrcrn Verfassern ist. Werdiese Versasser gewesen sind, ist bey der ersten Abthei»lung gar nicht, und bey der zweyten nur in der obenmitgetheilten Aufschrift, sehr unbestimmt, und allge-mein, angezeigt. Denn in der Hoffnung, welche dieseAufschrift giebt, die Namen der Meister in den Gedichte»selbst zu finden, sieht man sich bald getauscht; und esscheinen damit nnr die ersten Urheber mancher Sprüchegemcynt zu seyn, die, wie gesagt, aus den Kirchenvä-tern und andern Schriftstellern metaphrasirt sind. Vonden drey auf dem angeführten Titel genannten Verfassernist der Scbnepperer vermuthlich kein andrer, als derin der Geschichte unsrer Bühne durch seine Faßnachtspielebekannte HlMö von Rosinblür, der diesen Beynamen

N führte,

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