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derselben, wo oft der Sinn ziemlich der nämliche, Wen-dung und Einkleidung aber ganz abweichend ist. Fast ohneAusnahme gebührte hier der Vorzug bey der Begleichungoffenbar der Handschrift. Bey dem allen wag' ichs dochnicht, diese letzte für FreydanLs ursprüngliche Arbeit zuhalten; sondern nur, zu behaupten, daß in ihr wenigstensmehr Spuren und Antheil derselben übrig seyn müssen,als in Vram's Umänderung, die, wie gewöhnlich, keinewahre Verbesserung war. Die Ursache meines Zweifels,in deren Anwendung ich gern irren möchte, ist diese»Man erlaubte sich mit den Gedichten damaliger Zeit, undvollends mit Gedichten dieser Art, gar zu viele und zuwillkührliche Umändrungen; und ich sehe voraus, daßkeine der noch vorhandnen Handschriften des Fre^dankmit der andern übereinstimmen wird. Wenn ich die imRenner angeführten Stellen mit den beyden gedrucktenAusgaben und mit «nfrer Handschrift zusammen halte;so finde ich kaum Einen Vers, der völlig gleichlautendwäre. Nicht, als ob darum die Lesearten im Rennermehr Aechtheit haben, und aus dem Original genommenseyn müßten; denn es ist offenbar, daß Hugo von Trym-berg sie oft mehr übertrug, als wörtlich abschrieb, mehrin sein Gedicht verflocht, als einschaltete.
Auch die Ueberschriften der in unsrer Handschriftbefindlichen Stücke aus dem Freydank sind von denUeberschriften der Kapitel in den beyden gedruckten Aus-gaben ganz verschieden. Diese letztern sind nur kurzeAnzeigen des Hauptinhalts; jene hingegen sind meistens,nie das in dieser Handschrift fast durchgangig der Fallist, aus dem Gedichte selbst genommen, und enthalten
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