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Nach der
amtlichen
■Statistik waren
die Preise
auf dem
Berliner Markte:
J*i ln*p
pro 100 kg
pro 100 kg
pro 100 kgG erste
pro 100
, pro 100 kg
1 Iren li-
pro 100 kgSpeise- 1
Roggen
Weizen
(München)
Hafer
tt urtotteln
Kartoffeln
M.
M.
M.
AL
M.
M.
1880
187.9
217,8
206,9
147,9
(V)
Ci)
1881
195,2
219,5
202,1
150,6
(?)
Cf)
1882
152,3
204,2
200,4
132,4
27,0
34,8
1883
144,7
186,1
193,0
128,1
34,8
55,7
1884
143,3
162,2
204.8
131,3
25,1
39,3
1S85
140.6
160,9
181,3
134,2
21,9
32,2
1886
130,6
151.3
176,9
120.4
20,5
29'9
1887
120,9
164,4
170,2
98,4
24.9
33,3
1888
134,5
172,2
181.2
123,0
27,9
37,9
1889
155,5
187,7
179,3
149,6
22,9
33,8
1890
170,0
195,4
209,2
157,8
24,3
36,4
1891
211,2
224,2
195,9
165,6
41,7
63,8
1892
176,3
176,4
179,0
149,4
38,9
54,7
1893
133,7
151,5
176,3
157,0
25,5
38,3
1894
117,8
136.1
170,2
131,2
23,7
37,1
1895
119,8
142,5
174.7
121,4
23,7
41,6
1S96
118,8
156,2
185,8
124,7
22,8
34.4
1S97
130,1
173,7
194.0
(?)
25,0
43,3
§ 8. Grundeigentum und Grundrente.
Ueher die Entstehung und Entwicklung des Grundeigentums vergl. Hanssen, Agrarhistorische Abhand-lungen. 2 Bände. 1830. — Inama-S ternegg, Deutsche Wirtschaftsgeschichte. 4 Bände. 1879. —Lampreeht. Deutsches Wirtschaftsleben im Mittelalter. 4 Bände. 1886. — Meitzen, Siedelungund Agrarwesen der West- und Ostgermanen. 3 Bände. Berlin 1896. — Vergl. auch Brentano,lieber Anerbenrecht und Grundeigentum. Berlin 1895, S. 12 tf.
Ueber die Grundrente vergl. James Anderson, Drei Schriften über Korngesetze und Grundrente. MitEinleitung und Anmerkungen von Lujo Brentano. Leipzig 1893. — Malth ua, Drei Schriften etc.,herausgegeben von Leser. Leipzig 1896. — Ricardo, Grundgesetze der Volkswirtschaft undBesteuerung. Deutsch von Baumstark. 2. A. Leipzig 1877, S. 40 tf. — .1. H. v. Thünen, Derisolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie I. 2. A. Rostock 1842.
Angenommen, wir hätten zehn Klassen von Grandstücken, verschieden durch ihre Fruchtbarkeitoder ihre Lage. Auf Grandstücken der Klasse A betragen die Herstellungskosten eines Zentners Getreide 1,in der Klasse B 1,25, in der Klasse C 1,50, in der Klasse D 1,75, in der Klasse E 2 und so fort aufjeder schlechteren Klasse um 0,25 pro Zentner mehr bis zur Klasse K, wo sie 3.25 betragen würden,falls sie zum Anbau käme. Wir nehmen an, es wären sogar noch schlechtere Grundstücke vorhanden;allein deren Anbau wäre z. Z. ganz ausser Frage.
Wir nehmen ferner an, von Klasse A gebe es 10, von B 20, von C 30, von D 40, von E 50 Morgen.Von der noch schlechteren Klasse F wären sogar 200 Morgen vorhanden. Bei noch grösserer Unfrucht-barkeit nähme dagegen die Zahl der zu der betreffenden Klasse gehörigen Morgen wieder ab; so gäbees von Klasse G nur 190, von Klasse H 180, von Klasse I 140. von Klasse K 76 Morgen. Die nochunfruchtbareren Grundstücke können wir ausser Betracht lassen.
Wir nehmen nun zunächst an, damit die vorhandene Bevölkerung die nötige Menge Getreideerhalte, gpnüge es, dass die 150 Morgen der Klassen A—E in Anbau genommen würden. Damit diesgeschehe, muss der Getreidepreis so hoch sein, dass er die Produktionskosten auf den Grundstücken derKlasse E deckt: er muss also mindestens 2 betragen. Infolgedessen erhalten die Grundeigentümer derKlassen A—D eine Rente im Betrag der Differenz ihrer Bestellungskosten und der Bestellungskosten aufKlasse E. Daraus ergibt sich die folgende Tabelle 1:
Morgenzahl
nach
Klassen
Kosten
pro
Zentner
Erzeugnispro Morgenin Zentnern
Das Erzeug-nis einesMorgenskostet
Erlös einesMorgensbeim Preisevon 2
A 10
1
10
10
20
B 20
1,25
7,5
9,375
15
C 30
1,50
5
7,5
10
D 40
1,75
2,5
4,375
5
E 50
2
1
2
2
.Kente proMorgen
Gesamt*
erzeugnis
Dasselbe
kostet
Erlös einerKlasse beim
Rente einerKlasse beim
von 2
der Klasse
Preise von 2
Preiso von 2
10
100
100
200
100
5,625
150
187,5
300
112,50
2,5
150
225
300
75
0,625
100
175
200
25
—
50
100
100
—
550
787,5
1100
312,50
Nun nehmen wir an. dass die Bevölkerung zunehme. Infolgedessen seien statt 550 Zentner1232 Zentner Getreide notwendig. Diese 082 Zentner, die, mehr benötigt werden, können auf doppelteWeise beschafft werden, sei es durch Melioration der 150 Morgen der Klassen A—E, sei es durch Anbauder unfruchtbareren oder ungünstiger gelegenen Klassen F—K.
Anderson nimmt an, es erfolge das Erstere — die Melioration, z. B. Drainage und künstlicheDüngung .der Grundstücke, die Rente bringen. Wir nehmen an, diese Melioration erhöhe den' von denGrandbesitzein der Klasse A D gemachten Aufwand um 25 (l /o pro Morgen. Allein dieser Mehraufwandhat che Herstellung von so viel mehr Zentnern pro Morgen zur Folge-, dass die Herstullumrskosten pro1 Zentner sinken, und zwar sinken sie, wie in dem §6 No. 3 gezeigt worden ist, in verschiedenem Masse je