Oekononische Politik( Brentano)
f
'£332
73
5. Bevölkening deseinheitlichen deutschenZollgebietes
1834
23
478
120
1840
26
989
000
1846
29
342
000
1855
32
699
000
1864
35
716
000
1871
39
119
000
1872
40
918
000
1880
44
564
000
1885
46
165
000
1890
49
441
000
1895
52
207
000
1897
53
781
000
1900
56
269
000
1905
60
398
000
6. Bewegung der Preisean der Münchener Schranne
7. Bewegung der Preise für Preussenalten Bestands
m Mark und Pfennigpro Zentner
Jahre
1836-39
1840-44
1845—49
1850—54
1855—59
1860-64
1865-69
1870—74
1875—79
1880—84
W eizen6,208,4710,1110,1811,1510,179,7512,8211,0610,65
Roggen
4.55
6,U
5.568,138,228,27
7.34
9.358,078,68
für die Tonne a 1000 kg in Mark
Jahr
e
Weizen
Roggen
Gerste
Hafer
1821-
-30
121,4
126,8
76,6
79,8
1831-
-40
138,4
100,6
87,6
91,6
1841-
-50
167,8
123,0
111,2
100,6
1851-
60
211,4
165,4
150,2
144,0
1861-
70
204,6
154,6
146,0
140,2
1871-
-75
235,2
179,2
170,8
163,2
1876-
-SO
211,1
166,4
162,0
152,6
1880-
■85
189,0
160,0
154,8
145,8
8. Preisbewegung seit 1885.
Roggen 1000 kg Weizen 1000 kg Hafer 1000 kg Gerste 1000 kg
Berlin
Danzigl)
München
Berlin
Danzig 1)
Mün eilen
Berlin
Danzig 1)
München
Danzig l) Magdeburg München
1885
140,6
131,3
158,1
160,9
143,2
180,6
134,2
131,5
143,3
132,1
159,3
162,2
1886
130,6
120,2
145,0
151,3
138,9
188,5
120,4
119,1
129,5
121,8
157,4
160,2
1887
120,9
108,0
141,6
164,4
141,5
190,1
98.4
99,6
118,5
108,8
153,3
157,4
1888
134,5
121,9
150,8
172,2
135,2
193,9
123,0
113,4
146.9
115,0
160,0
170,3
1889
155,5
149,6
160,1
187,7
137,5
197,2
149,6
140,9
151,2
131,2
182,9
165,8
1890
170,0
159,4
179,2
195,4
145,1
213,3
157,8
144,6
177,9
153,5
195,2
196,5
1891
211,2
208,1
210,4
224,2
178,1
239,5
165,6
144,6
159,6
156,5
181,6
179,6
1892
176,3
174,2
181,9
176,4
158,1
205,5
149,4
141,2
136,9
149,3
169,7
164,3
1893
133,7
123,4
146,1
151,5
125,8
174.2
157,0
144,1
162,2
131,0
173,6
163,5
1894
117,8
110,4
122,5
136,1
102,6
155,8
131,2
122,2
147,2
122,6
163.6
156,8
1895
119,8
116,2
134,7
142,5
107,0
164,3
121,4
108,8
128,0
110,7
146,2
161,3
1896
118,8
111.8
146,8
156,2
117,0
174,5
124,7
113,6
148,2
119,1
153,7
173,0
1897
130,1
119,3
153,7
173,7
131,5
187,3
?
128,4
153,0
134,1
e
183,9
1898
146,3
142,3
170,5
185,5
148,7
210,5
?
138,0
159,3
144,2
?
192,4
1899
146,0
139,5
161,9
155,3
161,1*)
178,8
?
?
153,4
131,9
?
180,8
1900
142,6
133,1
153,7
151,8
142,9
178,6
?
?
149,2
133,3
?
171,6
1901
140,7
134,0
157,5
163,6
162,9
186,0
?
?
159,3
?
?
173,6
1902
144,2
139,4
151,9
163,1
162,4
183,3
?
?
164,6
?
9
167,4
1903
132,3
125,1
145,9
161,1
156,6
171,9
?
?
136,7
?
9
152,9
1904
135,1
131,0
132,5
174,4
172,6
186,8
?
?
133,5
?
9
157,3
1) Einschliesslich 2 M. Faktoreispesen.
2) Bis 1898 „unverzollt“ von da ab „zum freien Verkehr“.
9. Nach Rybark, Die Steigerung der Produktivität der deutschen Landwirtschaft im 19. Jahrh.,Berlin 1905, ist die Ackerfläche des heutigen deutschen Reichsgebietes von 1800 -1900 um 43°/o, dieAnbaufläche der vier Hauptgetreidearten um 35°/o gewachsen. Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor-handene Möglichkeit, das Ackerland ohne besondere Schwierigkeit bedeutend zu erweitern, wurde schonin der ersten Hälfte des Jahrhunderts stark ausgenutzt. Bei gleichzeitiger Steigerung der relativen Er-trüge befand sich daher Deutschland in der Lage, nicht nur den Bedarf der wachsenden Bevölkerungzu befriedigen, sondern vorübergehend sogar bedeutendere Ueberschüsse von Getreide an das Auslandabzugeben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dagegen wurde es immer schwieriger, neuesLand in Kultur zu nehmen; es war nur mehr schlechter Boden übrig. Das Ackerland wuchs daher von1878 — 1900 (vergl. oben Tabelle 1 S. 11) nur um 0,99°/o und nahm ab pro Kopf der stetig wachsendenBevölkerung (vergl. oben Tabelle 2 S. 12). Dagegen trat in dieser Zeit die Intensivierung des Acker-baues in den Vordergrund. Ackerweide und Brache wurden sehr stark eingeschränkt und der Hack-fruchtbau erweitert. Rationellere Bodenbearbeitung, stärkere Anwendung mineralischen und grünenDüngers sowie besseren Saatguts bewirkten eine weitere bedeutende Steigerung der relativen Erträge.Für das ganze heutige Reichsgebiet nimmt Rybark an, dass im Jahre 1800 der Weizen 10°/o, Roggen45%, Gerste 20%, Hafer 25% der Anbaufläche eingenommen habe. 1900 betrug die des Weizens 15%,Roggens 43%, der Gerste 12%, des Hafers 30%. Da die Anbaufläche um 35°/o gewachsen, so entfälltauf das Wachstum des Weizens + 102,5%, Roggens +29%, der Gerste — 19%, des Hafers, +62%,wobei eine Ersetzung des Verbrauchs an Gerste teilweise durch Kartoffeln stattgefunden hat.
Die Durchschnittserträge betrugen nach RybarkWeizen Roggen Gerste Hafer-Anfang d. 19. Jahrh. 10,28 8,62 8,00 5,64
1893/99 .... 17,5 14,2 16,7 15,2
Steigerung . . . 70,23% 64,73% 108,75% 165,5%
Also Steigerung der Gesamtproduktion
bei Weizen Roggen Gerste Haferder Anbaufläche um 102,5% 29% —19% 62%
der Erträge pro ha um 70% 65%j 109% 170%
der Gesamtproduktion 244,25% 112,85% 69,29% 337,4%
Die Bevölkerung des deutschen Reichsgebiets betrug 1800 24 Millionen, 1900 56367178; siestieg um 135%, die Produktion der Brotfrüchte Weizen und Roggen zusammen um 136,74%. DasZurückbleiben der Produktion hinter dem Wachstum der Bevölkerung ist also erst für die neueste Zeitzutreffend. Dabei wuchsen stärker als die Erträge die Bedürfnisse und Ansprüche der sich jährlich umetwa eine Million Köpfe vermehrenden Bevölkerung. Obwohl daher die einheimische Landwirtschaft amSchlüsse des 19. Jahrhunderts pro Kopf die gleiche Menge Brotgetreide erzeugt hat', wie am Anfangdesselben wurden doch 1900 ca. 1700 000 T. Weizen und Roggen aus dem Ausland eingeführt. Vergl.über Produktion und Verbrauch von Getreide und Kartoffeln die Tabelle auf S. 13.
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