74
10. Finanzielles Ergebnis der Zölle auf Getreide, Hülsenfrüchte und Malz.Die Zolleinnahme betrug:
Million
M.
Prozent desGesamt-zollertrags
Auf den Kopfin Pfennig
Million
M.
Prozent desGesamt-zollertrags
Auf den Kopfin Pfennig
1880
14,4
8,7
32,4
1892
103,6
26,4
205,2
1881
16,5
8,6
36,9
1893
70,6
19,8
138,7
1882
19,0
9,4
42,1
1894
99,6
25,5
193,5
1883
18,8
9,0
41,4
1895
108,0
26,6
208,8
1884
23,8
10,8
52,0
1896
146,0
31,5
276,2
1885
30,1
12,5
65,3
1897
134,8
28,4
251,0
1886
30,2
12,2
64,8
1898
148,1
28,8
271,9
1887
46,4
17,2
98,8
1899
128,4
25,4
231,7
1888
57,1
19,7
119,8
1900
131,5
25,2
234,0
1889
98,7
27,4
202,0
1901
159,2
29,8
279
1890
111,4
28,2
225,4
1902
159,0
29,5
275
1891
107,1
27,2
214,6
1903
162,9
29,2
277
1904
145,5
26,4
244
10. Zu der Frage, welche Landwirte Getreide verkaufen und welche zukaufen vergl. die Zu-sammenstellung der Ergebnisse der Aufnahmen in den verschiedenen deutschen Staaten während derletzten Jahrzehnte in der Schrift: „Der deutsche Bauer und die Getreidezölle“, Jena 1902, S. 55 ff.
11. Dass die Veränderungen im Getreidepreise sich sofort im Brotpreis fühlbar machen, zeigendie Untersuchungen Dr. Hirschbergs über die Vereinbarungen in den Berliner Brotpreisen, zitiert beiConrad im Band XC der Schriften des Vereins für Sozialpolitik, S. 111.
Jahr
Roggenbrot-
preis
Gewicht des50 Pfennig-
Roggenmehl-
preis
Roggenpreispro 100 kg
100 kg
Brots kg
pro 100 kg
1886
20,80
2,40
17,91
13,06
1887
20,65
2,42
17,06
18,90
13,09
1888
21,22
2,36
13,45
1889
24,69
2,02
21,77
15,55
1890
27,18
1,84
23,45
17,00
1891
31,66
1,58
29,05
21,12
17,60
1892
29,52
1,70
23,97
1893
21,89
2,28
17,69
13,37
1894
20,43
2,45
15,47
11,77
1895
20,63
2,42
16,50
11,98
1896
20,93
2,39
16, LO
11,88
1897
22,30
2,24
1,99
17,44
13,01
1898
25,15
20,12
14,63
Steigerung resp. Fallender DurchschnittspreiseRoggenbrot Roggen
— 0,72+ 2,76+ 16,35+ 10.09
16,48
— 6,76
— 25,85
— 6,67+ 0,98+ 1-45+ 6,55+ 12,78
— 7,43+ 11,25+ 15,61+ 9,32+ 24,24
— 19,67
— 24,03
— 11,95+ 1,78
— 0,83+ 9.51+ 12,45
12. Mombert, Die Belastung des Arbeitereinkommens durch die Kornzölle, Jena 1901,hat auf Grund von 75 Arbeiterbudgets, bei denen wir neben den Wertangaben der konsumierten Nahrungs-mittel auch deren Gewichtsmengen kennen, festgestellt, 1. dass die Kornzölle bei gleichem Einkommeneine Familie um so schärfer treffen, je kinderreicher sie ist; 2. dass sie bei gleicher Kinderzahl und sonstgleichen Verhältnissen die niederen Einkommen härter wie die höheren belasten.
Es zeigte sich folgende Belastung pro 1 erwachsene Person
für die ganze Familie
Einkommen
absolut
°/o d. Einkommens
Kopfzahl
mit M.
°/o d. Einkommens
unter 200 M
8,62 M.
6,01
10
55,40
6,4
von 200—300 „
9,09 „
3,9
9
61,85
5,2
„ 300-400 „
7,68 „
2,2
8
46,74
3
„ 400-500 „
8,11 „
1,84
7
46,39
2,58
„ 500-600 „
7,97 „
1,44
6
34,75
4,6
über 600 „
8,77 „
1,3
5
30,98
3,28
4
24,14
3,4
3
18,72
2,4
2
19,14
5,7
Die Familien bestehend
aus 2 Köpfen sind fast nur
Zittauer Weber mit einem äusserst geringen
Einkommen und grossem Brotkonsum, so dass hier die prozentuale Belastung
eine höhere ist. Die Durch-
Schnittsbelastung der 75
Familien ist bei einem
Zoll von M:
3,50
4 4,50 5
5.50
6
6,50
7 7,50
in Mark
31,79
36,33 40,87 45,41
49,95
54,59
59,03
63,57 68,11
in o/o des Einkommens
3,64
4,16 4,68 5,20
5,72
6,24
6,76
7,28 7,80
Das Durchschnittseinkommen der 75 Familien beträgt 1136,8 M. Dies entspricht, das Jahr zu300 Arbeitstagen gerechnet, einem täglichen Verdienst von rund 3,8 M. Man kann also feststellen, wieviel Tage im Jahre ein solcher Arbeiter arbeiten muss, um den Zoll aufzubringen:bei einem Zoll von M 3,5 4 4,5 5 6,5 6 6,5 7 7,5
muss er arbeiten Tage 8,4 9,6 10,7 12 13,1 14,4 15,5 16,8 17,9
13. Kriminalität und Getreidepreise.
Im Jahre 1865 wurden im deutschen Zollvereine die Getreidezölle beseitigt. Damals erschiendie „Statistik der gerichtlichen Polizei im Königreich Bayern und einigen anderen Ländern“, München 1867,aus welcher sieh folgendes ergab: In der Periode 1835/61 hat so ziemlich jeder Sechser, um den dasGetreide im Preise gestiegen ist, auf je 100000 Einwohner im bayerischen Gebiete diesseits des Rheins