Ausgabe 
11 (12.1.1851) 2
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Selbstschwächung, an der nnsere im Materialismus versumpfte Generation nothwendigradinsiechen muß. Diesealleinseligmachende" Industrie ohne Religion ist der ver-körperte Pantheismus, das goldene Kalb Israels, sie ist der golvbelctterte Lcichenstcinauf dem Grabe der großen Weltstädte London. Paris und Wien . Sie kennt nurProductio» und Consnmlion des Geschlechtes, sie hat uns den NamenProletarier''beschert, eine Classe Menschen, die dem Staate ni'chen soll durchprvlvs loi-ro» siemacht die Liebe des Nächsten im Herzen der Menschheit zum Eise des EgoiSmuS erstar-ren, sie schafft hungernde und lungernde Skelette in den Hütten der Armuth, sie gibtden Menschen in seiner angeborncn und durch den Erlöser erneuten Wurde der offenenSchande prerS, und ist dem Ebenbilde Gottes die Ehre in Christo genommen, so istsein geistiger Lebensnerv gctödtcr, er ist wieder Fleisch geworden wie ehedem in denTagen der Sündfluth, undl'-mem et tliieeii!^, I.uxn5 et l.uxurm" ist sein Feld-geschrei.

So ist denn die Rundschau auf dem socialen Weltgebietc nicht gerade zu großerEhre deS lNen Jahrhunderts ausgefallen. Es hat sich alle Laster früherer Jahrhun-

för sich, will aber, nicht zufrieden damit, in nächster Ferne wahrscheinlich die letzteErfahrung, den socialen Tod anch noch mitmachen, es will sterben an der Entkräfluug;denn eine Generation ohne Mark und Salz, vergiftet durch den eingeimpften leib-lichen und geistigen KrankheitSstoff, ist werth, aus der Reihe gesitteter Völker hinwcg-gespült zu werden. Wie ist da zu helfen? Derselbe Boden, dem die Giftpflanze ent-sprießt, erzeugt auch daS Gegengift; dieselbe menschliche Gesellschaft, die in ihrer Mitteheutzutage den Keim des TvdeS birgt, birgt anch den Keim des Lebens. Wir allekennen die Heilmittel, durch welche die Charlatancrie unserer Tage die Wunden derGesellschaft vernarben machen will! eS ist der Wahnsinn des Socialismus und dessenAnwendung auf das praktische Leben: der Commnnismus. In dieses Prokrustesbettsoll sich die kranke Generation legen mit all noch ihren geistigen und leiblichen Kräs'ten, dem Einen sollen die Füße abgehauen, dem Andern in die Länge geschraubtwerden, auf daß vollkommene Gleichheit sey! Und wir dürfen ja nicht glauben, daßdieß bloß Tendenz der hochrothen Presse sev, dahin zielt auch die blaßrothe, die s. g.gutgesinnte oder konservative Presse, die da in ihrer gutmüthigen Einfalt oder ver-steckten Bosheit für den Staat conservativ schreibt, in religiösen Dingen aber sich nichtentblödet, Freimaurerei zu treiben. Schreibt nur zu! denkt aber an die Stunde deSGerichtes, vor der auch wir erzittern! Bedenkt, ihr schreibt nicht mit Tinte, ihrschreibt mit dem Herzblut der Völker!

Doch etwa« Wahres ist im Socialismus und CommuniSmuS , und dieses Wahrezu ersassen und baldigst zu erfassen zum Heile der Völker, ist die katholische Kirche berufen. Das Wahre im Socialismus ist daS Bedürfniß, das Recht und die Frei-heil der Vereinigung znr Erreichung sittlicher erlaubter Zwecke. Das Wahre im Com-munismuS ist das Bedürfniß, daS Recht und die Freiheit der Theilnahme an dengeistigen und materiellen Gütern in sittlich erlaubter Weise. WaS hat die Kirche ausdiesem Felde gethan? was wird sie ferner noch thun? Um eine kirchliche Rundschauhier zu eröffnen, kann sich wohlein Ultramontancr" einen bessern Standpunct wäh-len, als die Sicbenhügelsladt Rom ? Der heilige Vater hat, die Bedeutung des katho-lischen Socialismus und CommuniSmuS in unsern Tagen erwägend, die allenthalbenneu aufblühenden katholischen Vereine mit Vatersreude begrüßt, und ihre Pflege denBischöfen aufs Wärmste anö Herz gelegt. Diese Vereine, entwachsen dem Organis-mus del Kirche, sollen in ihren verschiedenen Verzweigungen im Geiste der Zeit daSwerden, waö die Brüdcrvereine auf dem Grunde der katholischen Liebe der Welt imMitlclalter gewesen. Wie pocht mir daS Herz vor Muth und Unmuth zugleich, wennich hinübcrblicke nach Frankreich, nach diesem Spiegelbild« Europas , wenn ich betrachtejene zwei Riefen, die dort Leib an Leib hart im Kampfe aneinander gerathen sind,die sich um nichts Geringeres bekämpfen, als um die Herrschaft der Welt. Es siuddiese beiden Riesen: die katholische Liebe der Ultramontanen und die eisig frostige

derte eigen gemacht, ohne ihre Tugenden