Ausgabe 
11 (16.2.1851) 7
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aus Hannover; P. Joseph PatschowSki, Pfr. in Ncwport, aus Schlesien ; PeterHartlaub, Pfr. in Covington, auS Bayern ; Wilhelm Untcrthiencr, Pfr. an derSt. JohanncSkirche, aus Tirol; P. Evinund Etschmann, desgleichen; P. PirmiuEberhard, desgleichen; P. Sigmund Koch, desgleichen; die Laienbrüder Amadäusund Jakob, aus Tirol; endlich Bruder Amadäus Mariens, Kleriker des Franciscancr-Ordenö, auS Westfalen; P. Kladiwv B. Joachimovallensis, beauftragter Berichterstatter."

In der That feierlicher und erbaulicher hätte das Begräbniß kaum sonst irgendwostattfinden können, und eS heischte von mir heilige Pflicht, den sämmtlichen Thcilneh-mern meinen und auch Euren Dank öffentlich auszusvrcchen. Du frägst vielleicht, obAccursiuö in seineu letzten Stunden nicht auch unser gedacht habe.' Der Bericht desP. Evinund, deS nemlichen, der dort bei Euch mit mir vor 4 Jahren Abschied ander Eisenbahn nahm, lautet hierüber also:meine Lieben der Familie allzumal sollenErben seyn meiner geringen Verdienste, die ich etwa durch freiwilligen Gehorsamund treue Hingabe in den heiligen Beruf mir erworben habe." WaS bliebe unsBesseres? was heilsamer und erfreulicher für Zeit und Ewigkeit? Doch schrieb ichnach Cincinnati um einige kleine Andenken aus dem sonst werlhlosen HauSrathe desseligen Bruders, damit ich den troftbedürftigen lieben Schwestern und nächsten Ver-wandten Balsam der Liebe auf die Herzwunde legen könnte... Vermuthlich kommtdieser Brief zunächst den beiden lieben Nichten zu Handen, und sie lesen zuerst dieunerwartete Botschaft, statt Thränen, meine Lieben! opfert ein recht herzlichesGebet dem Heiland in der wunderbaren heiligen Brodsgestalt, und flehet zu seinerbenedeiten Mutter, daß sie Trösterin aller Betrübten sey, und daß Alle einst, wen»der Herr will, nach dem Abschied vom Thräncnthale mit ihr uud ihrem göttlichenSohne und mit allen Heiligen GotteS der ewigen Seligkeit sich ersrencn mögen.....

Blume» ans dem Schriftgarten des heiligen Bernardus.

(Fortsetzung.)

193. U e b e r s l u ß.

Fülle und Uebcrfluß am Zeitlichen bewirkt Vergessenheit und Mangel des Ewi-gen. Gleichwie zeitliche Glücköumstände einen thörichten Weltmenschcn tödten können,so kann auch der Uebcrfluß an geistlichem Glücke einen ungelchrten GcisteSmenschcntödten, der also in so ferne kein GeisteSmcnsch ist.

194. U e b e r t r e t u n g.

Christus hat für die Nebcrtreter, nicht aber für die Verächter deS Gesetzesgebeten. Denn nicht Ein und dasselbe ist: nicht gehorchen wollen und nichtgehorche». Dieses kommt manchmal her von Irrthum »uv Schwachheit, jenes aberist ein Zeichen einer hassenswcrthcn Hartnäckigkeit und einer nicht zu duldenden Wider-spenstigkeit. Sie widersteht nnv kämpft gegen den heiligen Geist und wird zur Got-teslästerung, die weder in diesem noch in jenem Leben verziehen wird, wenn sie fort-dauert bis zum Tode. Nicht also eine jede Uebcrtretung irgend eines Gebotes ent-hält tödtlichen Ungehorsam, sondern das Widerstreben, das Nichtgehorchcn wollen.

195. e b u n g.

Der Bauer hat starke Nerven, feste Schultern, und dieß macht die Uebung.Laß ihn müßig gehen, und er verweichlicht. Der Wille macht den Gebrauch, derGebrauch die Uebuug, die Uebung gibt Kräfte zn jeder Arbeit.

196. U m g a n g.

Keine geringe Ehre ist es für die Tugend, wenn sie unter Bösen gut lebt, undunter Verdorbenen den Glanz der Unschuld beibchält und die Sanftmuth der Sitten: