Ausgabe 
11 (23.2.1851) 8
Seite
64
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

«4

dern Segens, indem nicht nur zeitliche Mittel reichlich zugeflossen, sondern auch zahl-reiche deutsche Novizen in dasselbe eingetreten und unter Leitung der wackern, früherin Berlin thätigen Vorsteherin theilweise schon zur Pflege der Kranken ausgebildetsind. Eben so ist der Orden jetzt im Begriff, ein Haus in Paris , vorzüglich zuGunsten der in Paris sich befindenden Deutschen, deren Zahl sich beinahe aus100,000 beläuft, zu gründen, sür welche der thätige Jesuit, Pater Chable, neulichdie erste deutsche Capelle eingeweiht hat. So schlingen die religiösen Interessen auchein nationales Band für die in der Fremde befindlichen deutschen Stammesgenossen,ähnlich wie in Nordamerika der nach allen Richtungen hin sich zersplitternde Deutschein den Kirchen der dortigen deutschen Redemptoristen einen bessern Einheitspunct fürdeutsche Sprache, Gesinnung und Gesittung findet, «IS in den demokratischen Clubböund den widerlichen Zeitungsschreibereien ihrer einst in Deutschland glorificirten Frei-heitsmänner. (D. Volkshalle.)

Weingarten.

Weingarten , 15. Febr. Am Sonntag den 9. d. M. hat die heil. Missionbahier ihren Anfang genommen. Von Nah und Ferne strömen die Volksmassen her-bei; mit jedem Tage wächst die Zahl der Andächtigen und gestern mögen eS 10 bis12,000 gewesen seyn. Der Seeleneifer dieser hochwürdigen Patres auS der Gesell-schaft Jesu ist eben so groß als prachtvoll der Tempel. Unwillkürlich fällt mir ein,waö ich vor Jahren gelesen:die größte Schmach unseres Heilandes besteht darin,daß er in dieGesellschaft Jesu "" gerathen." Mein Gott, waS hat nicht schon dieneue Zeit in den Tag hinein geschrieben! Sicher war der Schreiber dieser giftigenZeiten Mitarbeiter an dem BrockhauS'schen Conversationslericon. Kommet und sehet,höret diese ehrwürdigen Männer und ihr gehet von vannen, wenn nicht geheilt, dochbeschämt. P. Schlossers Vorträge werden vom Landmann denen des P. Roder vor-gezogen; aber das Geistreiche, Bündige, Gemüthvolle, das Feuer heiliger Begei-sterung und die den Unglauben und das Laster niederdonnernden Vorträge deSP. Roder zünden allwärts mit jenem unwiderstehlichen Lichte der göttlichen Wahrheit!Diese Männer opfern sich im buchstäblichen Sinne dem Dienste der Wahrheit.Zeugniß von dem großen Eindruck der Reden aus dem Munde der hochwürdigenMissionäre gibt die ernste Haltung des Volkes; man sieht keine Unmäßigkeit, hörtkein ungebührlich Wort, nur um das nöthigste Bedürfniß zu befriedigen, werden dieGasthäuser besucht. (D. VolkSbl.)

A n s b a ch.

In Ansbach wurde kürzlich die Raubmörderin Christina Hilpert hingerichtet.Ein Bericht erzählt:Die Armesünderin hatte sowohl während der dreitägigen Gnaden-frist, als auch auf dem langen Wege zur Richtstätte und bis zum letzten Augenblicke diegrößte Ruhe und Standhaftigkeit gezeigt, und nach der Versicherung Aller, die ihr wäh-rend dieser Zeit nahe kamen, welche Versicherung auch durch die nach der Hinrichtung vonHerrn Pfarrer Rabus gehaltene vortreffliche Rede ihre Bestätigung findet, tiefe Reue undnamenlosen Schmerz über die von ihr verübte Gräuelthat an den Tag gelegt. Wir wollennur einige Worte auS dieser Rede hier wiedergeben:Was führte diese Unglückliche andie Stätte deS Entsetzens? Die Unzucht, die Lüge, der Diebstahl. Mit Hellern hat sieals Kind ihre Eltern bestohlen, und als sie zunahm an Alter, da wuchs die Sünde mitihr, und die Lust zu fremdem Gut bethörte ihre Seele, so daß sie sich nicht entsetzte vorRaub und Mord. Dahin führt die Lüge. Was ist der Mensch, der sich der Lüge weiht?Zuerst belügt er die Andern, dann will er Gott belügen, und zuletzt hat er nur sich selbstbelogen und betrogen."

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.^.

Verlags-Jnhaber: F. C. K,tme,.