Ausgabe 
11 (30.3.1851) 13
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euren Muth nicht sinken lasset. In eurem Denken, Reden, Handeln und DuldenJesu mehr und mehr ähnlich und wohlgefällig zu werden, daS, theure BiSihumsange-hörige! sey euer höchstes und tägliches Streben, damit Christus stets ausS Neue ineuch Gestalt und Leben gewinne, und damit ihr Alle in sein herrliches Bild verklärtwerdet. Erfüllet treu und gewissenhaft, mit Arbeitsamkeit, Redlichkeit und Freudigkeitdie Pflichten des Standes, den der Herr euch angewiesen, sey er hoch oder niedrig.Weihet und heiliget die Arbeiten und Beschwerden eures Berufes durch frommen Auf-blick zu Gott, in welchem wir leben und weben und sind. Was immer ihr thunmöget, in Wort oder That, thut Alles im Namen unseres Herrn Jesu Christi . Obihr esset oder trinket, oder was ihr auch Anderes thut, thut Alles zur Ehre GotteS.Erduldet mit bußfertigem Herzen, mit Geduld und Ergebung die Leiden und Trübsale,durch welche der himmlische Vater zu eurer Besserung, Prüfung und Läuterung euchheimsuchet, damit ihr einst in Freude erntet, was ihr in Thränen gesäet. Vor Allemhabet Liebe unter einander, welche ist das Band der Vollkommenheit. Ertraget eucheinander, und vergebet euch gegenseitig, wenn Einer gegen den Andern eine Klagehat. Wie der Herr euch vergeben hat, also auch ihr. Damit ihr aber kämpfetdiesen guten Kampf, und eures ewigen Heiles nicht verluftig gellt, geliebte Diöce-sanen! so höret die heilige Kirche, welche der Sohn Gottes mit seinem theuren Bluteauf Erden gründete. Nicht oft und dringend genug können wir im Hinblicke auf diemannigfachen Gefahren, welche euren Glauben und eure Tugend bedrohen, dieseväterliche Ermahnung euch an das Herz legen. Die Kirche ist die Säule und Grund-feste der Wahrheit; sie ist die auf unerschütterlichem Felsen gegründete, vom Geisteder Wahrheil geleitete Heils- und Segcnsanstalt; sie ist die Lehrerin und Erzieherinder Menschheit, die Beglückerin der Völker, unsere liebevolle Mutter. Wandelt alsdankbare un5 gehorsame Kinder an ihrer treuen und sichern Hand, und ihr werdetnicht in die Irre gehen. Seyd willige Hörer und eifrige Thäter des göttlichen Wor-tes, welches sie durch ihre geweihten Diener fort und fort euch verkündet. Schöpfetin frommer Heilsbegier auö dem siebenfache» Gnadenquell der heiligen Sacramente,welchen der Weltheiland in ihr eröffnete; lasset die dadurch euch zufließende himmlischeGnade durch eure treue Mitwirkung fruchtbar werden in eurem Reden, Wirken undDulden. Nehmet oft und andächtig Theil an der Feier deö heiligen Opfers, in wel-chem auf den Altären unserer heil. Kirche der blutige Sühntod Jesu vor den Augenunsers Glaubens unblutig sich erneuert. Dort lernet den Heiland lieben, der unSzuvor und bis zum Tode geliebt. Dort lernet die Sünde hassen, die Ihn, den Un-schuldigsten an daS Kreuz gebracht. Feiert mit der ganzen Theilnahme eures HerzenSden herrlichen Kreislauf der heiligen Zeiten und festlichen Tage, in welchen die Kirchealljährlich daS ganze Leben unseres göttlichen Heilandes und seiner heiligsten Mutter,zu unserer frommen Betrachtung und Nachahmung, vor unsern Augen entfaltet.Gebet willig Gehör ihrem Rufe, wenn sie bald zu den ernsten Wegen der Buße unSeinladet, bald durch die» erhebenden und ermunternden Hoffnungen, bald durch dieschreckenden Drohungen der ihr anvertrauten untrüglichen Wahrheiten unS zu heiligenliebreich bemühet ist. Heiliget euer irdisches Leben und Streben durch die Kirche deöSohnes GotteS , indem ihr fest und treu an sie euch anschließet, indem ihr mehr undmehr in euch aufnehmet ihren heiligen und friedebringenden Geist, indem ihr bereit-willig AllcS ergreifet und dankbar benutzet, wodurch die Kirche für den Himmel unSzu erziehen nimmer ermüdet. O wahrlich nicht in eine dürre und öde Wüste sindwir von dem Herrn versetzt, vielmehr in den fruchtbaren Weinberg, den seine Rechtegepflanzt hat.. Wohl geziemt es uns daher, daß wir nicht dem unfruchtbaren Feigen-baume deö Evangeliums, vielmehr jenem Baume gleichen, der gepflanzt ist an Wasser-bächen, dessen Blätter nicht verwelken, der seine Früchte trägt zur rechten Zeit.

Geliebte Diöcesanen! Nicht können Wir am Schlüsse unserer oberhirllichen Er-mahnungen jene besonderen und großen Wohlthaten mit Stillschweigen übergehen,durch welche der allgütige Gott in der jüngsten Vergangenheit uns erfreuet, und zuminnigsten Danke uns verpflichtet hat.