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Schon war die Geißel eines unheil« und verderbendrohenden Krieges über u«Sgeschwungen; schon seufzten so manche Familien unter den beginnenden Opfern undLeiden desselben; schon sahen wir im Geiste über unsere Stävte und Dörfer in Strö-men die vielfachen Drangsale hereinbrechen, welche mit dem Kriege unausbleiblichverbunden sind. Aber der Lenker aller Dinge, Er, der die Herzen der Könige, dieGeschicke ganzer Völker, wie des Geringsten seiner Kinder in seiner Hand trägt, Ererhörte abermals unser Flehen, gab unS den lieben Frieden mit seinen Segnungenzurück, und wälzte von unzähligen Herzen die Centnerlast angstvoller Betrübniß undSorge, Ja zu dieser unschätzbaren äußern Wohlthat gesellte durch die BarmherzigkeitGottes nnd durch die apostolische Freigebigkeit unseres heiligsten VaterS PiuS IX. sichdie geistige Segnung eines uns verkündeten allgemeinen Jubiläumsablasses. In allenTheilen Unseres ausgedehnten ViSthumS eilten während dieser Gnadcnzeit die Gläu-bigen bereitwillig hin zu den Richterstühlen der Buße, zu dem Mahle der ewigenLiebe, zu den Altären deS Herrn, reinigten und heiligten ihren Sinn nnd Wandel,bereicherten sich auS den geöffneten Gnadenschätzen der Kirche, und fanden in denWirren dieser Zeit Trost und Ruhe für ihre Seele.
Vergesset nicht des innigsten Dankes, geliebte Diöcesanen! den wir für dieseunschätzbaren Wohlthaten dem Herrn schulden. Lasset dieselben nicht an euch verlorenseyn. Erweiset der göttlichen Huld und Liebe euch würdig durch einen gottgefälligenSinn nnd Wandel. Leget täglich an die Rüstung GotteS , damit ihr zur schlimmenZeit Widerstand leisten, nnd AlleS besiegend das Feld behaupten könnet. Ergreifetden Schild des Glaubens, umgürtet euch mit dem Panzer der Gerechtigkeit und Liebe;nehmt den Helm des Heilandes nnd daS Schwert deS Geistes, welches ist daS WortGotteS . Angethan mit dieser himmlischen Waffenrüstung, wachet, betet und kämpfet,geliebte Diöcesanen! damit der durch GotteS Güte unS erhaltene äußere Friede gehei-liget werde, und wahren Werth und Bestand gewinne durch jenen innern Frieden,dc» die Welt nicht geben kaun. Diesen kostbaren Frieden suchet vor Allem zu errin-gen in der bevorstehenden heiligen Fastenzeit. Dieser Friede, mit welchem der Heilandnach seiner glorreichen Auferstehung siegreich seine Apostel begrüßte, dieser FriedeGotteS, der alle Begriffe übersteigt, er wohne reichlich nnd immerdar in euch Allen,und bewahre eure Herzen und Gesinnungen in Christo Jesu. Amen.
Berichte über Missionen.
Trier , 18. März. Die hier abgehaltene Mission ist nun beendigt; wir könnendarüber berichten. Unser verehrter Oberhirt hat von der kirchlichen Freiheit den wür-digsten Gebrauch gemacht, indem er sür die Diöcese Trier die Volksmissionen einge-führt hat. Die Leitung ist sehr würdigen Händen aus dem Orden deS allerheiligstenErlösers übergeben worden. Die Rcsultate'für die Stadt Trier sind sehr erfreulich,und lassen gleichen Segen sür die Diöcese erwarten. Wem? wir nicht irren, so istdie letzte Mission für unsere Stadt im Jahre 1776 durch Väter Jesuiten abgehaltenworden; sie wollten vor ihrem Anseinandergehen hier noch ein würdiges Andenkenihrer Gesinnung und ihrer Wirksamkeit hinterlassen. DaS damals aufgepflanzte höl-zerne MissionSkreuz hatte sich noch erhalten, und ist renovirt für die neue Missionim Dome wieder angebracht. Welche Zeit liegt zwischen'diesen beiden Missionen,welche Stürme sind über Europa hereingebrochen, welche Zerstörungen, welche Ver-änderungen der verschiedensten Art für die Staaten, für die äußeren Verhältnisse derKirche, für Sitte und Leben! Die Mission war für unser Volk etwas UngekannteS,Neues; aber es begrüßte dieselbe mit seinem richtigen Gesühle für alles Gute alsetwas Segenbringendes, und eS strömte reichlich hinzu, um sich der Früchte derselbentheilhaft zu machen. An dem passend gewählten Aschermittwoch begann die heiligeFeier. AuS Altötting, dem Hauptsitze der Redemptoristen in Bayern , waren unterder Leitung des Herrn P. Rector Miller die größere Zahl der Patres gekommen,welchen sich noch diejenigen ans Koblenz nnd Bornhofen angeschlossen hatten. ES