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Rührung spiegelte sich auf manchem Antlitze ab, der größte Theil der Bewohner Triersund der Vorstädte hat diese Zeit fast ausschließlich dem Seelenheil gewidmet; vieleaußerordentliche Bekehrungen sind geschehen, viele Restitutionen sind, an Private undan öffentliche Cassen geleistet worden; kein Mißton hat sich in die heilige Feiergemischt; nicht die geringste Störung oder Kränkung ist vorgefallen; selbst AnderS-glaubende nahmen warmen Antheil und waren in ihrem Urlheile über die Mis-sionen und die Missionäre gerecht; eine freudige Stimmung tönt durch das Volk unddie Zeichen größerer Glaubenswärme geben sich kund. WaS Gott im Innern dereinzelnen Seelen gewirkt, ist ihm allein bewußt. Gewiß sind noch viele angeregt, indenen die Gnade erst nachwirken wird. DaS Volk hat die Missionäre einfach ohneVorurtheile aufgenommen, hat sie mit Liebe gleichsam verfolgt und mit Schmerzscheiden sehen. Wir schließen unsern einfachen sachgetreucn Bericht mit dem Worte,das unser ehrwürdiger Bischof beim feierlichen Schluß der Mission von der Dom-canzel den hochwürdigen PatreS nachrief: Gott vergelt's; er wird das Werk seinerDiener lohnen und segnen. (D. Volkshalle.)
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Bonn , 2l. März. Alle Herzen danken Gott für den Segen unserer jetztbereits in den dreizehnten Tag dauernden herrlichen Mission und denken nur ungernan den baldigen Abschied dieser Gottgesandten Männer, welche so klar und kräftig,so wahr und eindringlich unv dabei so einfach und verständlich und zugänglich fürJedermann daS Wort des ewigen LebenS verkünden. Da ist kein Stand und Alterund Geschlecht, kein confessioneller oder polnischer Standpunct, der nicht fast in der-selben Weise Befriedigung findet; eS ist von Interesse an Ort und Stelle die verschie-densten, in dem einen Puncte alle zusammentreffenden Urtheile vernehmen und ver-^gleichen zu können. Daß eS Jesuiten sind, welche so ohne Rückhalt und ohne Um-schweif, und doch auch so ohne anzustoßen und zu verletzen, die katholische Wahrheitpredigen, erregt natürlich Erstaunen bei Denen, welche die Jesuiten nur nach denLügenschilderungcn der schlechten Presse kennen; ist aber ein neuer Beweis von derUmsicht und Tüchtigkeit dieses Ordens. Am Vorabende des St. JosephtageS brachtendie Studirenden dem Pater Joseph (Klinkowström) ein schönes Ständchen, wel-ches den tieffühlenden Priester auf's Innigste rührte, dessen Dankesworte mit demVersprechen schloffen: „er werde im Gebete diese Liebe vergelten!" — Am nächstenSonntage werden die Missionen geschlossen werden. Am verflossenen Sonntage wohn-ten Se. Eminenz der Herr Cardinal v. Geissel den Predigten bei, nachdem Siefrüh die heilige Messe in der Münsterkirche gefeiert. Der an sich nicht unbedeutendeRaum dieser schönen Kirche war besonders am Sonntage so gefüllt, daß Kopf anKopf stand und die Zahl der Anwesenden auf zehn Tausend gerechnet werden kann.(Mainzer I.)
Luxemburg, 4. März. Die MissionSvereine mögen wohl nirgends inDeutschland eine solche Unterstützung finden, als in dem kleinen GroßherzogthumLuxemburg, was für die religiöse Gesinnung der großen Masse der Bevölkerungein schönes Zeugniß ablegt. In einer Diöcese von 184,000 Seelen werden alleinfür den LaveriuSverein jährlich im Durchschnitte 9 — 10,000 Franken zusammengebracht.In diesem Jahre erreichten die Beiträge nicht ganz die Summe von 9000 Franken.Der Bonifaciusverein, der erst im Laufe deS JahreS 1850 gegründet wurde, hat schoneine ziemlich allgemeine Verbreitung gefunden, und im ersten Jahre seines Bestehens15—1600 Franken eingenommen. Man hat hier den Gedanken gefaßt, die Deut-schen zu Paris , die man von den Franzosen fast gänzlich vernachläßigt glaubt, vonhier aus in Seelsorge und tm Schulwesen zu unterstützen, und wartet schmerzlich aufeinen Bescheid von Seiten des Direktorium?. Indeß möchte doch, wenn eS auchgelänge, in den nächsten Jahren die Einnahme deS Vereins bis auf 2 oder 3000