Ausgabe 
11 (30.3.1851) 13
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Franken zu bringen, alles, waS von hier aus geschehen kann, nur wie ein Tropfen,der inS Meer fällt, zu betrachten sey». Denn daS seit so vielen Jahren schon an-dauernde Elend der Deutschen in Paris hat ein solches Uebermaaß von Uebelständenherbeigeführt, daß ein sehr energisches Einschreiten von Seiten Deutschlands nothwen-dig ist, wenn der Enlsitllichung und Verwahrlosung ein Ziel gesetzt werden soll.Empfänglich sind die Deutschen für religiöse Eindrücke überall, und auch zu Paris ,wenn ihnen nur Hilfe geboten wirde Die neulich geschehene Errichtung einer Capellefür die Deutschen sehen wir mit Dank als einen Anfang des Besserwerdens an.Aber eine Hilfe, wie sie nothwendig ist, erwarten wir mir dann, wenn Deutschland selbst mit Kraft und Beharrlichkeit die Sache in die Hand nimmt. ES ist himmel-schreiend, wie wir 80,000 LandSleute verlassen und der Demoralisation und demVersinken in Gottlosigkeit preisgegeben baben. Wie kann Gottes Segen über Deutsch-land kommen, und wie mag unser tägliches Gebet um Rückkehr unseres ganzen inniggeliebten Vaterlandes zum kalholischen Glauben Erhöhung finden, wenn wir keinHerz haben für 80,000 Glaubensgenossen, die ohne Hilfe in Irreligiosität und Un,sittlichkeit versinken! Wir wollen nicht fragen, wer hier zuerst und zunächst die Pflichtgehabt hätte, für die religiösen Bedürfnisse dieser Bewohner der französischen Haupt-stadt zu sorgen; die Thatsache, daß sie in einer alle Begriffe übersteigenden religiösenund moralischen Vernachläßigung leben, legt uns die unbezweifelbare Pflicht auf, inaller und jeder Weise Hilfe zu schaffen. Zwei oder drei OrdenShäuser mit deutschen OrdenSmännern, und nicht einige Capellen, sondern 46 eigene Kirchen mit Pfarr-rechten für die deutsche Bevölkerung von 80,000 Seelen wären eine Hilfe, die nach«haltige Wirkung hervorbringen würde. Wie wohlthätig würde eS auf die Pariser Bevölkerung einwirken, wenn sie einmal eine Anzahl gehörig eingerichteter Pfarrkir-chen für die Deutschen in ihrer Mitte hätte, da schon jetzt in der Capelle und in denKirchen, wo ihnen ambulatorisch die Haltung deS Gottesdienstes gestattet wird, ihreAndacht und ihr Kirchengesang einen so großen Eindruck auf die Pariser machen!Wenn Deutschland in dieser Weise für die Seinigen in Paris sorgte, dann würdedie deutsche Arbeiterbevölkerung nicht lange mehr die Pflanzschule der Demokratie undder rothen Republik seyn, wodurch selbst Deutschland , und namentlich seine Westpro-vinzen fortwährend bedroht werden. Dieß ist ein Gesichtspunkt, der auch die deut-schen Regierungen, namentlich Oesterreich und Bayern veranlassen könnte, dieser An-gelegenheit ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, und durch ihren Einfluß die Wirksamkeitder Privatvereine, die nicht überall ausreichen möchte, zu unterstützen. (D. Volköh.)"n«jjitnp»k sÄlzMliS MS'^sknH ttKk kZk'. uzv? ^psn ?i>5 < tt»Hkuni»KAÄ 6ms S»M tpiA

Oeffentlicher Widerruf des ehemaligen Pfarrers zu Auras

Jofeph Nitfchke.

Am 13. Juli 1845 entsagte ich meinem Pfarrnmte, verließ die katholische Kirche und schloß mich in vollkommener Verblendung der rongeschen Secte an. GottesGnade und Erbarmung aber ließ mich meine schwere Verirrung erkennen und gabmir Kraft, mich derselben zu entreißen. Vor der ganzen Diöcese und vor allen katho-lischen Christen, deren Verzeihung ich des von mir gegebenen Aergernisses wegen inaller Demuth meines Herzens mir erbitte, spreche ich es daher öffentlich und feierlichstaus, daß ich nieinen Abfall von unserer heiligen katholischen Kirche, meinen Ungehor-sam gegen die heiligste Mutter, welche getreu ihrem göttlichen Berufe und Auftragefür das ewige Heil aller ihrer Kinder liebevoll sorgt, auf daS tiefste und lebendigsteverabscheue und bereue, und widerrufe ich AllcS, waS ich zur Verbreitung und Befe-stigung des Irrthums und der Sectirerei geredet und gethan habe.

Durchdrungen von der heiligen Ueberzeugung, daß die katholische Kirche dievon Gott gestiftete und durch den heiligen Geist geleitete HeilSanstalt und darum inihren unendlich beseligenden Lehren wahr und unfehlbar sey, ist eS daher mein heilig-ster Vorsatz, unter dem Beistande Gottes fortan in ihrem und ihres göttlichen StiftersGeiste zu wirken, zu lehren und zu leben, und das große Aergerniß, das ich allen