Ausgabe 
11 (6.4.1851) 14
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ohne Verdienste ist, sobald ihm einmal die Gelegenheit, welche ihn zu Goa zu Ver-kehrtheiten verleitete, würde genommen seyn, durch die Gnade Gottes zu besserer Ein-sicht kommen, und in der Führung seiner neuen Kirche sein und seiner Heerde Wohlzu fördern bestrebt seyn würde. Deßhalb haben Wir uns entschlossen, nachdem WirAlleS erwogen, wie es die Klugheit rieth, nachdem Wir einige Mitglieder Eurererlauchten Würde zu Rath gezogen, und Uns die von Unseren Vorfahren mehr alseinmal in Umständen von gleicher Wichtigkeit und Schwierigkeit getroffenen Maaß-regeln vor Augen geführt hatten, dem an UnS gestellten Verlangen Unsere Zustim-mung zu ertheilen, indem Wir jedoch vorher die stärksten Garantieen verlangten, wiesie die Natur der Sache erheischte.

Wir befahlen daher Unserem Cardinal-Unterstaatssecretär in seiner Antwort anden portugiesischen Gesandten klar und unumwunden zu erklären, daß wenn er eSwünschte, Wir das Band lösen wollten, welches den Bischof Joseph an die Kirchevon Goa fesselte, daß Wir ihn an eine andere Metropolitankirche in psrtibus inlicl«-lium tranöferiren, und endlich daß Wir ihm das Amt eines Commissärs der Bulle fürden Kreuzzug zusichern wollten; daß aber der heilige Stuhl, da er, wie der Gesandtewohl wisse, gegründete Ursache zu Beschwerden gegen die Acte des ErzbischofeS inder Regierung der Kirche von Goa hat, aus Gewissenhaftigkeit nicht im Stande ist,ihm die künftige Succession der Kirche von Braga zu übertragen, ohne von ihm vor-her schriftlich oder durch irgend welchen überzeugenden Act den Beweis erhalten zuhaben sowohl von seinem Schmerze über das was er Uebles gethan, als auchvon seinem festen Vorsatze, niemals fürderhin mehr von seiner Pflicht sich abkehrenzu wollen.

Der Gesandte trat dieser Erklärung bei, und da er keineswegs zweifelte, daßder Prälat die verlangten Erklärungen unverzüglich abgeben würde, drang er darauf,alles von Uns zu erhalten, was in dieser Sache unmittelbar von UnS geschehenkonnte. Deßhalb tranöfcrirten Wir den 22. December 1843 in dem zu Gaeta abgc-baltenen Consistorium den Bischof Joseph von der Kirche zu Goa an das ErzbiSlhumvon Palmyra in partikus inkclelium und im folgenden Monate übertrugen Wir ihmdas Amt eines Commissärs der Bulle für den Kreuzzug.

Als nach Verlauf einiger Monate der Prälat in Portugal angekommen warund sich in Lissabon aufhielt, verordneten Wir, daß man ihm aufs neue zu verstehengeben solle, welchen Schmerz Uns verursacht hätte sowohl was er in Indien, dieGränzen seiner Autorität überschreitend gegen den Willen des heiligen Stuhles zuthun sich nicht fürchtete, als auch gewisse Dinge, die er sich erlaubt hätte vor seinerAbreise in einigen seiner Briefe oder seiner Schriften. Jetzt aber thut es UnseremHerzen wohl, Euch, ehrwürdige Brüder, verkündigen zu können, daß der Erzbischofvon Palmyra in der Weise UnS zufrieden gestellt hat, daß Wir denken müssen, ersey von ganzem Herzem durch die Gnade Gottes zu besserer Einsicht gekommen. Wir'haben von ihm einen Brief erhalten. 18, Nov. v. Jahrö, in Ausdrücken einesMannes abgefaßt, der seine Verirrungen verabscheut, der entschlossen ist, fürderhineine bessere Aufführung an den Tag zu legen, und durch seine Handlungen uner-schütterlich seine Anhänglichkeit und seinen Gehorsam gegen den heiligen Stuhl zuerwahren. Wir legen Euch diesen Brief vor und Ihr werdet ihn nebst unserer Ant-wort lesen, in welcher Wir dem Prälaten Unsere Ansichten darlegen.

Nach All diesem ist es Unsere Absicht, wie Wir Eingangs gesagt, heute Unsernehrwürdigen Bruder Joseph de Silva Torres, Erzbischof von Palmyra, zum Coad-jutor Unseres geliebten Bruders und Kardinals, des ErzbischofS von Braga zu erhe-ben, indem Wir hiemit das Recht verbinden ihm in der Negierung dieser Kirche zusuccediren. Indem Wir diesen Entschluß fassen, haben Wir nur im Auge, das grö-ßere Gedeihen der Religion, und eine größere Ruhe und eine glücklichere Lage derapostolischen Missionen in Indien herbeizuführen; deßhalb tragen Wir die feste Hoff-nung, daß diese von Uns ergriffene Maaßregel durch den Segen GotteS diesen Zweckerreichen und sich zum Besten der Kirche von Braga gestalten werde.