Ausgabe 
11 (4.5.1851) 18
Seite
137
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Gilfter Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

zur

Augsöurger Pojtzeitung.

-t. Mai ^ L8. 1851.

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Die Sacramente der Liebe.

Noch kann ich nicht von Liebe sprechen,

Ich hab noch kaum ein Glied gerührt,Doch will ich schon mit Allem brechen,

Was nicht zu deiner Liebe führt.

Wie ich dir schon gestanden habe,

Mein Herz bleibt ewig nur bei dir,Das Kind nicht blos, jetzt auch der Knabe

Gibt dir sein heilig Wort dafür.

Ich konnte wohl der Liebe fehlen

Und straucheln auf der Bahn der Treu',Doch Eines kann ich nicht verhehlen,

Daß, was ich that, ich auch bereu'.

So bin ich vollends eins geworden

Mit dir, du meines Lebens Herz,Du trittst an deines Himmels Pforten,

Mich hebt die Liebe himmelwärts.

O welche Dreihcit, die sich einet:

Ein Mensch, geweiht an deiner Statt,Reicht dich, der selbst als Mensch erscheinet,

Dem Menschen, der geweiht sich hat.

Ich kann die Lieb' allein nicht tragen,

Die unter Engeln selbst getheilt.Ein Herz muß es dem andern sage»,

Das ist allein was Liebe heilt.

Und hemmt der Tod des Herzens Sprache,

Verwehret seinen warmen Schlag,So lern' ich noch am letzten Tage

Von dir, o Gott, was Lieb' vermag.

vr. «. Barth.

Hirtenbrief des hochwürdigften Bischofs von Mainz ,

bei dem Anfange der Fastenzeit 1351.

Wilhelm Emmanuel , durch Gottes Erbarmung und des heiligen apostolischenStuhles Gnade Bischof von Mainz u.In dem ersten Hirtenbriefe, den ich von dieser erhabenen Stelle an Euch, Geliebtein Christo unserm Herrn, richtete, erklärte ich eS als meine höchste Pflicht:

') Dieser Hirtenbrief, von dem bereits die Kte Auflage erschien, ist es, der die Wuth derDeutschkattMen Hervorries.