Ausgabe 
11 (4.5.1851) 18
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zu Tag, von Stunde zu Stunde wuchs die Masse der frommen Theilnehmer; so daßvier Predigten im Freien, auf dein sehr geräumigen Kirchhofe, abgehalten werdenmußten, und zwar die eine derselben am Schlüsse der ganzen Feier vor wenigstens15 bis.WV Menschen. Kein Zuhörer ging, Dank den herrlichen, den erschüt-ternden, den versöhnenden, den erhebenden Vorträgen der ehrwürdigen Väter, unbe-friedigt, wohl selten Einer ohne Begeisterung für seinen heiligen Glauben und fürseine Kirche nach HauS. Die schönsten Früchte der Mission zeigten sich am Tischedes Herrn, an welchem sich während der Dauer derselben bei Dreitausend (die inden Pfarrkirchen der umliegenden Gemeinden Communicirenden nicht mit eingerechnet)eingefunden haben; die Allermeisten mit Freuden- und Dankesthränen im Auge undfest entschlossen, Dasjenige alsogleich ins Werk zu setzen, waS ihnen als Bedingungihrer Aussöhnung mit Gott auferlegt war. Wirklich sind jetzt schon jahrelange Feind-schaften ausgesöhnt, manches ungerechte Gut zurückgegeben und dürfte sich in letzteremPuncte die Wirkung der Mission noch lange als eine sehr heilsame und nachhaltigeerweisen. Dank, tausendfacher Dank den ehrwürdigen Vätern für ihre noch größereLiebe! Dieser Dank wurde schon beim Abschiede unter unzähligen Thränen, unterlautem Weinen und Schluchzen ausgesprochen; aber er wird in den Herzen allerkatholischen Bewohner des oberen RheingaueS und besonders der Gemeinde Kiederichmit gleicher Innigkeit auf Jahre hinaus fortdauern. Daß auch einige geifernve Mäu-ler in Sudelblättern sich würden hören lassen, war zum Voraus zu erwarten; aberihr Gericht und ihr Brandmal liegt darin, daß sie, um schmähen zu können, Lügenerfinden müssen, die von vielen Tausenden der Zuhörer als solche erkannt und bezeugtwerden. Eine Sache, die auf lauter Lug und Trug gebaut ist, wie dieß bei allenkirchenfeindlichen Menschen und Blättern der Fall, hat keine Dauer in sich und keineWurzel und keinen AnhaltSpunct im Volke; dieses wird mehr und mehr seine Feinde,auch wenn sie sich unter der volkstümlichsten Maske verstecken, kennen und ver-achten lernen. (Rhein . Bl.)

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AuS dem unteren Maingau, t6. April. Mit Freuden beeile ich mich,Ihnen zu melden, daß auch unser Gau einen der Mehrzahl der hiesigen Bewohnereben so erwünschten, als besonders in diesen Zeiten Allen nöthigen und, wie ich hoffe,segenreichen Besuch erwartet. Auf die Bitte deS Herrn Pfarrers in Sindlingen (bei Höchst ) bewog nämlich das bischöflich Limburgische Ordinariat die Herren PP.Redemptoristen, welche schon so vielen Segen durch ihren immer regen Eifer und ihreglühende Begeisterung für unsere heilige Religion in unserm Bisthume gestiftet haben,noch eine Mission abzuhalten. Und so ist denn der sehnliche Wunsch so vieler Bewoh-ner hiesiger Gegend, nämlich auch einmal eine Mission mithalten zu können, seinerErfüllung nahe. Nachdem die Herren Patres am vorigen Sonntage die in Kiederichabgehaltene Mission beendigt, werden sie nach einigen Tagen der Ruhe am Char-samstage, Abends vier Uhr, in Sindlingen eine Mission eröffnen, die bis zum weißenSonntage dauern wird. Wer die dortigen bedauerlichen Zustände kennt, wird, abge-sehen davon, daß es einer gottesfürchtigen Seele immer ein hohes und reines Ver-gnügen gewährt, die hohen Wahrheiten unserer Religion von glaubensmuthigen undgottbegeisterten Männern verkünden zu hören, der Gemeinde Sindlingen mit demSchreiber dieser Zeilen von Herzen Glück wünschen zu der ihr bevorstehenden Oster-freude. Mit der größten Sehnsucht harret die ganze Umgegend auf den Beginn derMission und beneidet die Gemeinde Sindlingen um daS ihr bevorstehende Glück umso mehr, da diese Mission für jetzt die letzte in unserer Diöcese seyn wird. Dennsofort nach Beendigung derselben werden die Herren PatreS, von denen mir nur zwei,P. Hampl und P. Rieger, dem Namen nach bekannt sind, in ihr Kloster nachAltötting zurückkehren. (Rhein . Bl.)

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Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen. VerlagS-Jnhaber: F, C. Kremer.