Ausgabe 
11 (11.5.1851) 19
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145
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Eilfter Fahrgang.

Sonntags-Beiblatt

zur

Augsburger Pojtzeitung.

11. Mai ^ LA. 1851.

Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige AbonnementspreisM kr., wofür es durch alle köm'gl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann.

Hirtenbrief des bochwürdigsten Bischofs von Mainz ,

bei dem Anfange der Fastenzeit 135l.(Fortsetzung.)

Mit den zwei Grundwahrheiten: Christus wahrer Gott Christus unser Hei-land und Erlöser, muß natürlich die deutschkatholische Secte alle andern Wahrheitender christlichen Religion läugnen und verwerfen.

Ist Christus der Sohn Gottes, dann ist seine Lehre göttliche, ewige,unveränderliche Wahrheit, dann kann wohl ein Fortschritt und eine Verbesserungin allen menschlichen Wissenschaften stattfinden, nimmermehr aber in dem Inhalte derchristlichen Religion, aus dem einfachen Grunde, weil sie die göttliche, die vollkom-mene, die ewige Wahrheit ist, unveränderlich und unwandelbar, wie Gott selbst;dann steht fest deS Herrn Wort: Himmel und Erde werden vergehen, aber meineWorte werden nicht vergehen, und das Christenthum verbessern wollen, ist ein gottes-lästerlicher Wahnwitz.

In den Augen des Deutschkatholiken aber ist Christus ein bloßer Menschund darum seine Lehre Menschenlehre, die Jeder nach seinem Sinne deuten undändern kann.

Ist Christus der Sohn GotteS , und will er, daß alle Menschen die von ihmverkündete Wahrheit erkennen und durch den Glauben an sie selig werden sollendann hat er auch dafür sorgeu müssen, daß seine Lehre ganz, rein und unverfälschtallen Menschen bis ans Ende der Welt verkündet werde. Und er hat dafür gesorgt,er hat in PetruS und den Aposteln die Kirche gestiftet, ihr hat er aufgetragen, Alleszu lehren, was er gelehrt hat, ihr hat er die Gabe der Unfehlbarkeit durch den hei-ligen Geist verliehen, bei ihr hat er versprochen bis ans Ende der Welt zu bleiben,und hat vorausgesagt, daß die Pforte der Hölle sie nicht überwältigen werde. DieseKirche, die von Christus gestiftete, auf den Grund der Propheten und Apostelnyrbaute, auf PetruS dem Felsen ruhende, einige, heilige, allgemeine und apostolischeKirche ist eS, welche allen Völkern und allen Zeiten das Evangelium von Christusdem Sohne GotteS und dem Weltheiland bezeugt und verkündet unv allen Menschendie Gnade der Erlösung anbietet, in deren Name und Auftrag auch ich zu euch redeund Zeugniß gebe für Jesum Christum meinen Gott und euren Gott, meinen Heilandund euren Heiland.

Da aber nun die deutschkatholische Secte den Sohn GotteS und Welterlöserläugnet, kann es unö da wundern, daß sie seine Kirche, die treue Zeugin Christi,haßt, und alles erdenkliche Böse ihr nachredet; daß sie die Kirche, welche der heiligePaulus die Säule und Grundfeste der Wahrheit nennt, als eine Mutter des Irr-thums und Aberglaubens lästert, daß sie dieses ganze große, die Welt umfassende