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Reich GotteS auf Erden mit seinem göttlichen Glauben, seinen heilwirkenden Sacra«menten, seinem erhabenen Gottesdienste, seinen frommen Gebräuchen, seiner apostoli-schen Verfassung, seinem von Christus eingesetzten Priesterthume als einen lügenhastenPfaffenbetrug hinstellen, daß sie die Kirche, welcher alle Völker die Gnaden undSegnungen deS Christenthums, und hiermit auch AlleS, was das Leben des Menschenhier auf Erden veredeln, verschönern und beglücken kann, verdanken, als die Ursachealles Bösen, als eine Feindin der Menschheit dem öffentlichen Abscheu preisgeben möchte?
JesuS Christus , der Sohn GotteS nnd Weltheiland, theilt uns aber durch seineKirche nicht bloß seine Lehre mit, sondern auch die Sündenvergebung und die heilig-machende Gnade, die unS zu unserm Heile unumgänglich nothwendig ist; und er, deraus Liebe zu uns Mensch geworden und sichtbar unter den Menschen wohnte, hatdeßhalb seine unsichtbare Gnade an sichtbare Zeichen geknüpft — die hl. Sacramente.Die heiligen Sacramente sind unser höchstes und heiligstes Gut, sie sind nicht leereZeichen, sondern sie sind Gnadenmittel voll göttlicher Kraft und Wirkung; durch siewird uns, wenn wir sie würdig empfangen, Reinigung von Sünden und Gnade undHeiligung zu Theil.
Ich brauche wohl kaum zu bemerken, daß die deutschkatholische Secte, die vonGnade, die überhaupt von allem Uebernatürlichen nichts wissen will, die heiligenSacramente verwirft, und selbst jene Sacramente, die Taufe und daS Abendmahl,deren Namen sie zum Scheine beibehalten hat, lediglich als bloße Ceremonien undals an sich überflüssig und gleichgiltig ansieht. Hiemit aber, daß sie selbst die Kraftder heiligen Taufe verwirft, hat sie den letzten Zusammenhang mit Christus zerrissen.Bedenket, was das heißen will, christliche Eltern. Christus sagt: Wer da glaubtund sich taufen läßt, wird selig werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammtwerden. Christus sagt: Gehet hin.... und taufet sie im Namen des VaterS unddeö Sohnes und des heiligen Geistes. Wie sollte eS nun für christliche Eltern mög-lich seyn, sich bei so ernsten Worten Christi mit der Taufe einer Secte zu beruhigen,welche den Glauben an den dreieinigen Gott, in dessen Namen getauft wird, denGlauben an Christus und die Erlösung, deren Gnade durch die heilige Taufe mitge,theilt wird, den Glauben an die Erbsünde, welche durch die heilige Taufe getilgtwird, endlich den Glauben an die Gnade Gottes und die innere Kraft deS Sacra-mentes, läugnet und verwirst?
Ganz insbesondere aber läugnet jene Secte daS höchste Heiligthum der Christen-heit, daS allerheiligste Sacrament deS Altars, daS heilige Meßopfer, daö mit demGlauben an die Gottheit Jesu und seinen welterlösenden Tod so innig und wesentlichzusammenhängt — diese letzte und größte Offenbarung der Liebe unseres Heilandes,der durch ein Wunder seiner Allmacht alle Tage bis anS Ende der Welt wirklich,wahrhaft und wesentlich als unser Gott und Heiland unter unS wohnt, sich für unsopfert, unsere Seele speiset und nährt zum ewigen Leben. In diesem allerheiligstenSacramente beten wir Jesu Gottheit und Menschheit wahrhaft und gegenwärtig an.ES ist daS Brod des Lebens, das Brod, das unsere Eltern in lebendigem Glauben ^und heiliger Zuversicht genossen haben, als sie die Reise in die Ewigkeit antraten,das Himmelsbrod, welches ihren sterbenden GestchtSzügen die Zuversicht einprägte,daß sie den Tod überwinden und in daS ewige Leben eingehen würden; das Brod,das auch wir in der Todesstunde empfangen wollen, um das Leben in uns aufzu-nehmen. — Jene aber, die Christi Gottheit läugnen, sehen darin nur gemeines Brod,und schelten unsern Glauben an dieses göttliche Sacrament und die anbetende Andachtaller katholischen Völker, aller Heiligen, c-ie aus diesem Geheimnisse der Liebe all'ihre Heiligkeit geschöpft haben, einen götzendienerischen Aberglauben.
Endlich läugnet die deutschkatholische Secte Alles, was Gott uns von der Ewig-keit geoffenbaret hat. Klar, unzweideutig, unzweifelhaft ist der AuSspruch der ewigenWahrheit. Die Liebe und Erbarmung GotteS ist unendlich, aber es ist auch unend-lich seine heilige Gerechtigkeit. Gott will zwar, daß alle Menschen selig werden,aber nur unter der Bedingung, daß sie mit seiner Gnade ihm, seinem heiligen Willen