Ausgabe 
11 (11.5.1851) 19
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kirchen, getreulich förderten und unterstützten. Die rührenden Schlußfeierlichkeiten derMission und die Einweihung deS MissionSkreuzes wurden durch die Anwesenheit deöhochwürdigsten Herrn Bischofs von Rottenburg bedeutend erhöht. Die geräuschloseund andachtsvolle Stille einer oft gegen 8000 bis 10,000 Köpfe starken Zuhörerschaft,ihr eifriges Bestreben in Anhörung des göttlichen Wortes und ihre tagelange Unver-drossenheit in Vollziehung und Vollendung ihres Heilögeschäfteö berechtigt zu demSchlüsse, daß das Werk dieser Mission bei Tausenden nachhaltige Früchte hervor-bringen werde. (So berichtet der Schwab. Merkur!)

Mainz .

In Mainz hat sich in der jüngsten österlichen Zeit, trotz aller vorhergegan-genen Wühlereien, ein kirchlicher Eifer Seitens der Bevölkerung geltend gemacht,dessen sich kaum noch die ältesten Leute zu erinnern wissen. Besonders trat dieserEifer in der eigentlichen Festwoche, vom Charsamstage bis zum weißen Sonntage, inauffallender Weise an den Tag. So hatte z. B. die Zahl der Communicanten imhohen Dome am Morgen des ersten Ostertages bereits diejenige weit überstiegen,welche im Jahre 1849 und selbst noch im vorigen Jahre am Schlüsse der öster-lichen Zeit in derselben Kirche sich herausstellte. Daß auch sonst die Kirchen wäh-rend der heiligen Zeit zu jeder Stunde deS TageS (an Sonn- und Festtagenbeginnt der Gottesdienst in unsern Pfarrkirchen um 4 Uhr Morgens und wähnununterbrochen bis 9 Uhr Abends) von zahlreichen Andächtigen aus allen Stän-den besucht waren, dürfte nach dem Vorhergesagten wohl kaum zu erwähnen nöthigseyn, vor Allem aber zogen die Predigten unseres hochwürdigsten Herrn Bischofswährend der ganzen Fastenzeit stets viele Tausende von nah und fern herbei, so daßdann der geräumige Dom die Zuhörer kaum zu fassen vermochte. Eine fernere rechterfreuliche Kundgebung deS wieder erwachten kirchlichen Lebens in unserer Stadt bietenauch die bei uns bestehenden kirchlichen Bruderschaften und Vereine dar- Ohne dersegenreichen Thätigkeit deS Vincentiuö- und Elisabethenvereines hier näherund ausführlicher zu gedenken, erwähnen wir von den übrigen Bruderschaften undVereinen nur zwei, und zwar die Herz-Maria-Bruderschaft und die Jung-gescllen-Sodalität. Jene hat unser hochwürdigster Herr Bischof erst vor weni-gen Monaten Hierselbst ins Leben gerufen und schon wenige Tage nach der Einfüh-rung betrug die Anzahl der eingeschriebenen Mitglieder auS allen Ständen bereitsmehrere Tausende, eine Zahl, die sich mit jedem Tage vergrößert und sich bis heutefast verdoppelt hat. Die Andachten dieser Bruderschaft, welche jeden Sonntag Abendsvon sieben bis neun Uhr im hohen Dome gefeiert werden und stets mit einer Pre-digt verbunden sind, haben sich bei allen katholischen Bürgern unserer Stadt dergrößten Theilnahme zu erfreuen und werden sowohl von hiesigen alö von Bewoh-nern der benachbarten Ortschaften sehr zahlreich besucht. Eines gleichen Anklangesdürfte sich unzweifelhaft auch die gleichfalls von unserm hochwürdigsten Bischöfe ange-ordnete Marie nandacht erfreuen, welche, unbeschadet deS üblichen Maigebetesin den übrigen Pfarrkirchen , während des Monates Mai in unserer schönen Lieb--frauenkirche allabendlich abgehalten wird und der jedesmal eine passende Predigtvorhergeht. Was die Sodalität der Junggesellen betrifft, so haben sich dieMitglieder dieser für die Aufbesserung unserer sittlichen Zustände so höchst wichtigenund bedeutungsvollen Bruderschaft seit Kurzem, seitdem nämlich die Statuten revidirtworden, gerade um zwei Drittheile vermehrt, und scheint unser hochwürdigstcr Bi-schof, der das Präsidium in höchsteigener Person übernommen, derselben eine ganzbesondere Aufmerksamkeit zu schenken, was denn nicht verfehlen kann, auf unserejüngere Generation den vortheilhaftesten Eindruck hervorzubringen, so daß wir inkirchlicher Hinsicht wirklich einer schönen Zukunft entgegen zu sehen berechtigt sind.(M. Journal.)

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

Verlags-Jnhaber: F. C. Krem er.