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5. Philipp, geb. 22. Sept. 1576 zu München, wurde Bischof zu Regensburg ,1597 Cardinal und starb zu Dackan 18. Mai 1598.
6. Ferdinand II. geb. 6. Oct. 1577 zu München , wurde 1612 Churfürstund Erzbischof von Köln, starb 14. Sept. 1650 und liegt in Köln .
7. Eleonore Magdalene, geb. 7. Oct. 1573 zu München , starb 13. April1579 und liegt im Kloster Seligenlhal.
8. Karl, geb. 30. März 1580 zu München , starb 27. Oct. 1537 und liegtin Andechs .
9. Albert VI., geb. 13. April 1584 zu München , vermählt 1612 mit derMarkgräfiu zu Leuchtenberg , starb 5. Juli 1666.
10. Magdalena.
Für diese zahlreiche Familie sorgte Wilhelm V. mit zärtlicher Vaterliebe undwie ihn die Demuth eines Christen schmückte, so die Milde eines Hausvaters. Vorallem ließ er sich ihre religiöse Erziehung sehr angelegen seyn. Kniend mit Gebetwurde ihr Tagewerk eröffnet und beschlossen, aber auch für ihre geistige Bildungnichts versäumt.
Da nun der sanfte Charakter Herzogs Wilhelm V. immer mehr zur Stille undEinsamkeit geneigt war, so übergab er, um seiner Sehnsucht gemäß in Zurückgezogenheitsorgenfrei den Andachtsübungen obliegen zu können, im Jahre 1598 seinem SohneMaximilian die Regentschaft und zog sich mit seiner Gemahlin in den Palast nebendem Jesuiten -Kollegium zurück.
Renata, seine Gemahlin, war eine Tochter Franz I. Herzogs von Lothringen ,und seiner Gemahlin Christine, einer königlichen Prinzessin von Dänemark . Sie wargeborin 1543 und mit Wilhelm V. den 22. Hornung 1563 durch den Cardinal Otto,Bischof von Augsburg, zu München getraut. Sie war eben so fromm wie ihr Gemahl,theilte dieselbe Lebensart mit ihm, kurz beide waren Eines Herzens und Eines Sinnes.
Selten erschienen sie nun mehr öffentlich und führten ein wahrhaft klösterlichesLeben. Sie sowohl, als ihre Hofbediensteten glichen in ihren dunkeln TrachtenChorherren und Nonnen. Auf ihren Tischen sah man weder Gold noch Silber,sondern nur irdene Geschirre, auch wenn fürstliche Personen zugegen waren, obgleichdieß wenig der Fall war; denn gewöhnlich waren an seinem Tische arme Leute,Bettler von der Straße, denen er den Ehrenplatz einräumte. Alltäglich wurden zwölfArme, nach der Zahl der Apostel, von ihm gespeist und getränkt und selber bedient,und nach der Zahl der Jünger wurden alljährlich 72 Männer und eben so vieleFrauen gekleidet. Im Pilgerhause zu München , das er errichten ließ, bewirtheteer jeden Pilger drei Tage lang, trug ihm die Speisen auf, wusch ihm die Füßeund gleichwie er ihn mit einem Kusse empfangen hatte, entließ er ihn mit reichlichemZehrpsennige. Nicht selten sah man den Herzog in dem von ihm gestifteten Siechen-hause, oder in Spitälern und Wohnungen der Armuth die ekelhaftesten Krankenabwarten, ihnen Trost einsprechen und vorbeten. Arzt und Arzneien bezahlte er aufseine Kosten und wohnte demuthsvoll vielen Leichenbegängnissen bei. Das Waisen,und Findelhaus, das er gestiftet, besuchte er häufig, segnete und nährte die elternlosenKinder. Zu Fuß, in schlichter Kleidung, einen Pilgerstab in der Hand, wallte eroft zu den Gnadenörtern, so daß ihn die begegnenden kaum erkannten. So hatte ersich 1585 auch über die Alpen begeben nach Loretto, und dort fürstliche Geschenkedargebracht. Zu Augsburg beim wunderbarlichen Gute zu heilig Kreuz hatte er eineigenes Oratorium. Zu München und im Kloster der Carthäuser zu Prüel hatte ersich einsame Zellen gebaut, deßgleichen auf der Schwaige zu Schleißheim , wo er eineinfaches kleines Lustschloß mehr zum Gebet als zum Vergnügen angelegt hatte.Dahin wallte er gerne allein in der Fastenzeit, um solche andächtig begehen zu können.
- Auf solche Weise brachten er und seine Gemahlin ihre Tage zu. Jede Stundehatte ihre Bestimmung und jeder Tag wurde mit Gebet und frommen Werken begonnen.
Bei dieser harten aber regelmäßigen Lebensart erreichten beide ein hohes Alter,Renata starb am 22. Mai 1602, Wilhelm aber am 7. Hornung 1626. Er hatte