Eilstcr Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur,
Augsbnrger Pojheitung.
15. Juni 1851.
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Magdalena
Herzogin von Bayern , Pfalzgräfin bei Rhein ic.
von
Carl August Voehaimb, Caplan in Neuburg a D,(Fortsetzung.)
Magdale nens Nächstenliebe.
Wie sie wohl wußte, daß der bloße Wortglaube und die unthätige Wortliebenichts nützen, so war sie auch überzeugt, daß selbst eine gewisse Empfindung vonGottes Liebe oft trüge und vor Gott ohne Werth sey, wenn diese Empfindung nichtzu reger Nächstenliebe antreibt. Daher bestrebte sie sich mit nicht geringem Eifer,dieser Pflicht in jeder Beziehung auf ihre Mitmenschen, besonders als Gattin, alsMutter und in einem gewissen Sinne als Haus- und Landesmuiler volltommen Ge-nüge zu leisten. Sie war nicht in den Ehestand getreten um desto glänzender lebenzu können, sie erkannte und bedachte die heiligen Pflichten, die durch ihre hohe Stel-lung eineSiheils, anderntheils durch ihren Beruf als Gattin und Mutter ihr aufer-legt waren, und fühlte die Kraft in sich, diesen Pflichten mit dem Beistande GotleSauch nachzukommen. Eheliche Liebe und Treue gegen ihren Gemahl waren ihr daherso heilig, daß nach dem Zeugnisse eines Mannes, der sie näher kannte, ihr ganzesBenehmen in dieser Hinsicht eine lebendige Darstellung der Ermahnungen des ApostelPauluS an die christlichen Ehefrauen war. ^) Sie liebte und ehrte ihn, nach Chri-stus und des Apostels Sinn, als ihren Herrn. Seine Zufriedenheit, sein Wohlseyn,sein Umgang galten ihr mehr als alle Bequemlichkeiten, Vergnügen und Schätze dieserErde und im überströmenden Gefühle bezeugte sie einst, daß sie im strengsten Sinneum keinen Preis der Welt sich entschließen könnte, ihm auch nur die kleinste, unbe-deutendste Beleidigung zuzufügen. Sie ließ eS an Nichts fehlen, wodurch sie seineZuneigung gewinnen konnte, horte in Allem gerne seinen Rath, trachtete ihn stetsmit dem zu erfreuen, woran er Vergnügen hatte. Ein Sinn, Ein Rathschluß, EinWille, Ein Geist, einigte Beide.
Herzog Wolfgang Wilhelm hing aber auch daher mit ganzer Seele an ihr,ehrte und erwiderte ihre treue Liebe und äußerer öfter: „daß er seine Gemahlin füreine Heilige halte und nur bedaure, sie in ihren hohen Tugenden nicht erreichen zukönnen." — Nebst dieser Ueberzeugung fesselten ihn auch ihre großen Fähigkeiten und
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*) Ihr Frauen seyd euren Männern Unterthan, wie sichs geziemt, ,'m Herrn. Im Briefe andie Colofser Z, IS. Und: die Frauen sehen ihre» Männern unterthänig, wie dem Herrn. An dieEpheser S, LL.