Ausgabe 
11 (15.6.1851) 24
Seite
188
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

188

Haben wir nun Magdalena als Mutter der Armen unv Kranken bewundert,so wollen wir sie nun auch noch als eine Mutter gemeinnütziger AnstaUen kennenlernen. Ueberzeugt, daß das künftige Wohl des Landes unv vie Beförderung ächtchristlicher Sitten besonders durch eine gut unterrichtete Jugend bezweckt werdenkönnte, hatte ihr Gemahl sein Augenmerk besonders auf Errichtung von Schulengerichtet. Er errichtete nicht nur in der Stadt selbst, sondern besonders auf dem Lande,wo eS damals nur ganz wenige Schulen gab, Volksschulen und stiftete im Zahre1617 zu Neuburg ein Gymnasium, womit er später ein Lyceum verband. An diesenneuen Stiftungen hatte Magdalena großen Antheil, denn sie wußle gar wohl, daßnur durch einen gründlichen Unterricht die Herzen der Menschen für daS Heilige derReligion und für alleö Edlere und Höhere empfänglich gemacht werden können; daherehrte sie auch die Lehrer uud flößte ihrem Sohne alle Ehrfurcht für seine Lehrer ein.Ihrer vorzüglichen Huld erfreuten sich deßhalb auch die Studircnden. Sie zeichnetedieselben durch Unterstützung aller Art, durch tägliche oder wöchentliche, und durchunzählige Beweise von Huld und Herablassung vor vielen andern aus. Einen Beweisihrer Achtung gab sie auch dadurch zu erkennen, daß sie, als an die Stelle derallen baufällig gewesenen akademischen Kirche in Dilingen eine neue war vollendetworden und vom Bischöfe von Augsburg eingeweiht wurde, nebst ihrem Gemahledieser EinweihuiigSfeierlichkeil am 11. Juui 1617 beiwohnte und eben so im JahreI6l9 bei einer ähnlichen Feierlichkeit, nämlich bei Einweihung der Schutzengelkirchein Eichstädt, anwesend war.

Bei den öffentlichen Prüfungen und der feierlichen Preisevertheilung, sowohl inden deutschen als lateinischen Schulen, war sie stets an der Seite ihres Gemahleszugegen, belobte und beschenkte die Fleißigen reichlich und bewieß eine ungetheilteAufmerksamkeit und ausnehmende Herzlichkeit. Eben so angenehm waren ihr die imLaufe des Schuljahres aufgeführten Schauspiele, Concerte und Declamaiorien derStudirendcn. Wenn schon anck manchmal nicht ohne Unbequemlichkeit, besuchte siedieselben doch, um durch ihre Theilnahme die Studircnden zu noch größerem Fleißeund Wohlverhallen anzuspornen.

Magdalenens Freigebigkeit gegen die Kirche.

Eine Frau, die von so hochherzigen Gesinnungen erfüllt war, konnte nun auchdaS Haus Gottes und die Diener der Religion nicht außer Acht lassen, und so stelltsich uns nun auch ihre Freigebigkeit für dme dar.

Unwissenheit und Kälte gegen die Religion, der herrschende Mangel an Priesternund ein tiefer Sittenverfall zeichnete die damalige Zeit sehr unrühmlich auö. Dernicht gar lange vorher entstandene Orden der Jesuiten ward daher mit Recht als einemächtige Stütze der Kirche anerkannt; wie denn auch die Wiederherstellung und Erhal-tung der katholischen Religion in einigen Ländern großenlheils durch die gränzenlosenBemühungen derselben bewirkt wurde Die Verdienste der Jesuiten um die kacholischeKirche, um Unterricht und Bittunz der Jugend, um das Aufkeimen und Fortblühenso manches Guten, besonvers in Deutschland , wurden damals von allen Gutgesinn-ten dankbar anerkannt. Wie viel dieser Orden im Herzogthume Neuburg für diekailwlische Religion gearbeitet und geleistet hat, läßt sich daraus abnehmen, daß dieWiederherstellung des wahren Glaubens, so wie der Unterricht nur wenigen Mitglie-dern dieser Gesellschaft oblag. Bei dem Mangel an Priestern mußten sie in denersten Iahren beinahe ganz allein die Irrenden von der Wahrheit überzeugen, in denSchooß der Kirche zurückführen, die Jugend und Erwachsenen durch Christenlehren,Predigten, Beichthören und Privatgespräche in der Religion unterrichten, Einwürfegegen dieselbe mündlich unv schriftlich beantworten, die lateinischen Schulen besuchen,Kranken und Sterbenden Hilfe leisten, Hindernisse, die ihnen in den Weg gelegtwurden, überwinden. Kein Wunder also, wenn von ihren Leistungen und Verdienstenüberzeugt, Magdalena unv ihr Gemahl ihnen daS große Werk der Wiederherstellungdeö katholischen Glaubens übertrugen, ihren Prinzen ihrer Sorgfalt und Unterrichte