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überließen, und ihr Gemahl es unter seine Lebensfreuden zählte, ein mäßiges Mittag--mahl bei ihnen einzunehmen. Kein Wunder, wenn dieses fromme, für die katholischeReligion so innig fühlende Fürstenpaar ihnen alle Hulv und Auszeichnung erwieSund mit fürstlicher Freigebigkeit sie unterstützte. Als die Stände des HerzogthumeSMagdalcnen zum Wochenbette ein Geschenk von 7VVV fl, bestimmten, schenkte sie imfolgenden Jahre die Zinsen von 250 fl. den Jesuiten , mit dem Versprechen, die näm-liche Gabe jährlich, zu wiederholen. Mit gleicher Gewogenheit war sie auch denandern Priestern deS Landes zugethan und unterstützte sie auf alle mögliche Weise.
Aber nicht bloß gegen die Diener der Kirche war sie so freigebig, ihr frommerSinn ließ sie der Worte des Psalmisten: „Herr ich liebte die Zierde deines Hausesund den Ort deiner Wohnung," nicht vergessen und so verwendete sie, um den Glanzder Kirchen zu erhöhen, so viel in ihren Kräften stand, auf kostbare Altarzierden,heilige Gefäße und andere Paramente, die sie von Augsburg, München ja bis vonFlorenz kommen ließ; für die neu eingeweihte Hofkirche verwendete sie im geringenAnschlage die Summe von 15M0 fl., nebst einem von ihrer Hand selbst gesticktensehr reich und kostbar verzierten Traghimmel zur Fronleichnamsprocession, dessen Werthebenfalls auf einige tausend Gulden geschätzt wurde. Auf ihren Befehl wurden inderselben Kirche auch zwei neue Altäre zu Ehren des heiligen Jgnaz und Franz Zavererrichtet und eine neue ganz silberne Ampel, vor dem Altare des heiligen Jgnaz, densie besonders verehrte, aufgehangen, wozu noch eine große gewichtreiche Wachskerzekam. Durch ihre Freigebigkeit wurden die Leiber der heiligen Märtyrer Sulpiz,Charilauö, Aurelia und Flavia aus das Prachtvollste verziert und in der Hofkirchezur Verehrung ausgesetzt. Im letzten Jahre ihres Lebens noch schenkte sie dieserKirche ihr kostbar von Goldstoff verfertigtes, mit den künstlichsten Blumen geziertesBrautkleid, woraus ein Meßgewand und noch andere Paramente gefertigt wurden.Aber auch viele andere Kirchen erhielten von ihr kostbare Altarzierden und Paramente,namentlich Meßgewänder, die größtentheils durch ihre eigene Handarbeit verfertigtwurden; wie sie denn ihr Brod nicht müßig essen wollte, und sich keineswegs schämtemit ihren Fingern die Spindel und die Nadel zu führen. Mail zeigt in Bergen oderBaring *) noch ein Meßgewand vor, das ungeincin reich und geschmackvoll geziert ist,welches die fromme Herzogin selbst stickte und dorthin verehrte.
Dieß waren die hohen Tugenden, durch welche die unvergeßliche Herzogin Mag-dalena ihren im strengsten Sinne ächt christlichen und fürstlichen Charakter aussprachund es übrigt uns nur noch die Mittel kennen zu lernen, deren sie sich hiebet bediente.
(Schluß folgt.)
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Reform der Orden.
Rom , 8. Mai. Es ist bekannt, welche große Aufmerksamkeit der heil. Vatervon den ersten Tagen seiner Regierung an den geistlichen Orden schenkte. In ihnenden Geist und Eifer, welcher ihre Stifter belebte, wieder zu erwecken, war uud istnoch immer eine seiner vorzüglichsten Sorgen. Was er in dieser Absicht zu Gunstender Reformen, die man namentlich in dem Benediktiner - und Dominicanerorven ange-fangen halte, gethan, ist wohl schon bekannt. Man könnte glauben, dieser Weg seynicht nur der sicherste, sondern auch der einzige, der zum Ziele führe, daß man näm-
Bergen oder Baring, Pfarrdorf im Landgerichte Neuburg und BiSthumS Eichstädt, Hierstand ein Benedictincr Nonnenkloster, gestiftet 076 von Wiltcraud, Kaiser Ottos des Großen Tochterund Wittwe des Herzog Bertholds von Bayern , das aber 154Z aufgehoben wurde. Die in Mittedes vorigen Jahrhunderts aufgebaute große majestätische Kirche besitzt einen Theil des heil. Kreuzes,dann Theile von der Säule, Lanze unv Dornenkrone unsers Erlösers, so wie treffliche Frcskogcmälocvon Baumgarten aus Augsburg . Sowohl dieses als die Kirche selbst, die ihrer Bauart wegen jederStadt zur Zierde gereichen würde, und die im byzantinischen Style gebaute Gruft und noch einigeSteinköpfe an der hinter» Seite der Kirche sind sehenswert!) und bewirken noch immer eine ziemlichstark besuchte Wallfahrt dahin.