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befiehlt aber der General in dem erwähnten Rundschreiben, daß außer diesen beidenHäusern in jeder Provinz eines oder das andere, in welchem die juugen Ordensleuteihre Studien machen, dieselbe Einrichtung erhalten, und auch diese sotten den Religiö-sen, welche sich nach der ursprunglichen Reinheit ihres Ordenslebens sehnen, offenstehen. Den Provinzen aber, in welchen sich keine der ältern Ordensmänner für solcheHäuser meldeten, wird die Aufnahme der Novizen untersagt. Zudem soll auch jedeProvinz ein besonderes Haus für die Missionäre haben, und auch in diesem dasgemeinsame Leben streng beobachtet werden. Auf diese Weise erhält man binnen weni-gen Jahren Ordensleute, die von Anfang an in strengerer Zuckt gelebt, und wie zuerwarten ist, durch Hilfe derselben deu wahren Geist ihres Berufes bewahrt nndgestärkt haben. Und so kann es dann nicht schwer seyn, die Häuser der strengen Obser-vanz nach und nach zu vermehren, nnd die andern aussterben zu lassen. (M. Sbl.)
Carmelitenkloster in Reisach.
Die kath. Bl. aus Tirol schreiben: „Wie wir ans einem unö mitgetheiltenSchreiben des hochwürdigen Herrn Gregorius s. 8, Ilieros., Priors des Karmeliten -klosters Reisach in Bayern , ersehen, wurde daselbst ein Noviziat eröffnet. Es befin-den sich gegenwärtig sechs Priester im Kloster und vier Laienbrüder nebst einem Novi-zen. Nach dem Wunsche des hochwürdigen P. Ordensgeneral zeigen wir hiemit diesesöffentlich an, damit es zur Kenntniß solcher Jünglinge komme, die alle Eigenschaftenguter Kandidaten besitzen, und sich gern dem beschaulichen Leben widmen möchten.Reisach liegt einige Stunden von Knfstein im bayerischen Gränzbezirke, ist ein schönesKloster in einer angenehmen, gesunden Gegend. Früher aufgehoben, wurde es neuer-dings wieder hergestellt, wie wir hören, in Folge des Concordats."
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Der letzte Wille eines Seelsorgers.
Es ist eine ganz gewöhnliche Erscheinung, daß die meisten Menschen selbst dannnoch mit einer sündhaften Begierde uud einem hartnäckigen Geize an ihren irdischenGütern hängen, wenn der Tod schon auf ihren Lippen schwebt, und daß sie in einersolch' üblen Geistesverfassung auch ihren letzten Willen bestimmen. Ich will dahereinmal etwas Außergewöhnliches berichten. Vor einiger Zeit starb in der olmützerDiöcese ein Priester, eln Mann nach dem Herzen Gottes. Sein Reichthum warendie Armen, seine Freude hatte er am Gebet, seine geistige Erhebung fand er in derEinsamkeit, er war auch ein großer Freund der Jugend und in seinem ganzenBenehmen verrieth sich eine kindliche Einfalt und Gutmüthigkeit. Er wollte daherauch im Tode seyn unter den Kleinen, die er im Leben nach der Vorschrift seinesHeilandes und Erlösers sich immer zum Muster genommen hatte. Sein letzter Wunschist erfüllt — sein Grab ist unter den Gräbern der Kinder. Er war ein armer Dorf-pfarrer, seinen Namen verschweigen wir nicht; er hieß: Theophilus Nietsch.Friede seiner Asche! (Schl. K.-Bl.)__
In Berlin sind bereits die Pläne zu dem neuzuerrichtenden Krankenhause derbarmherzigen Schwestern eingetroffen nnd haben ungethcilten Beifall gefunden. HerrArchitekt v. Statz aus Köln , Werkführer am Kölner Dombau, hat die Pläne(Krankenhaus nebst Capellc) im reinsten gothischen Style entworfen, und den Beweisgeliefert, daß derselbe allen Bedürfnissen der Gegenwart, insbesondere auch dem Be-dürfnisse möglichster Wohlfeilheit entspricht. Binnen ganz kurzer Frist wird der Grund-stein zu besagter Anstalt gelegt werden. — In Köln sind die hochw. PP. Lazaristenam 12. Mai angekommen; von dem hochw- Domcapitular Herrn Strauß wurden sieempfangen und gastlich ausgenommen.