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«Zslense Lom psl. kkem vuciss» kojosriav 1629 in der pfalzncuburgischen herzoglichenGruft zu Launigen.*)
Aus Veranlassung dcS Rectors am Neuburger Gymnasium, Carl Resch, alöOfficiator der Hofkirche, wurde am Allerseelentage 18l9 in der verzierten und beleuch-teten Gruft ein Seelengotteödienst gehalten, wodurch sich jener das mit Dank aner-kannte Verdienst erwarb, das Andenken an die vormaligen herzoglichen Personen Neu-burgs erneuert zu haben, welche Gedächtnißfeier ehedem am St. Loreuz und Asratagebei geöffneter Grnst und schwarz dekorirten Altären mit Vigil und Seelamte alljähr-lich gehalten wurde. Dieser Seeleugottesdienst wird noch alljährlich am Tage allerSeelen in der geöffneten Gruft gehalten.
Schluß.
Und nun zum Schlüsse möchte ich diese Biographie nicht ohne alles Zeugniß indie Welt entsenden, und daher ein paar unverwerfliche Zeugnisse für die ungeheuchelteTugend und Seeleugröße Magdalenens anführen.
Ein durch Adel und Würde sehr ausgezeichneter Mann, protestantischer Religion,welcher sehr oft Gelegenheit hatte, die Herzogin im Leben, so wie auch bei ihremTode genauer kennen zu lernen und zu beobachten, scheute sich nicht zu sagen: „wennich je Heilige im Himmel verehren und sie um ihre Fürbitte anflehen wollte, so würdeich mir keinen andern Schutzheiligen wählen, als die Herzogin Magdalena."
Als Gustav Adolph König von Schweden mit seiner Gemahlin Marie Eleonoream 13. Octobcr 1632 nach Neuburg kam und die Hofkirche und das Jesuiten - Colle-gium besichtigte, blieb seiue Gemahlin bei dem Porträte der verstorbenen HerzoginMagdalena lange stehen und rühmte die erhabenen Tugenden und außerordentlicheGottseligkeit dieser frommen Fürstin mit großer Beredsamkeit und unter den herrlichstenLobsprüchen. Gewiß wahrhaft redende Beweise von den Tugenden der Verklärten,für den Adel ihrer Seele, die Frömmigkeit ihres Herzens und die Erhabenheit ihresGeistes.
So war das zwar kurze aber an edlen Thaten reiche Leben einer Herzoginbeschaffen, die von Fürsten und Volk, von Katholiken und Protestanten, von Allen,die sie kannten, bewundert und geliebt, als Fürstin, Gattin und Mutter gleich verehrungs-würdig uns erscheint. Ihr Ringen und Streben hatte das Ziel erlangt, der Schöpferrief sie zu sich und wir dürfen unö der angenehmen Hoffnung hingeben, daß sie ein-gegangen ist in die ewige Herrlichkeit und den vergänglichen irdischen Glanz gegenden unvergänglichen himmlischen Glanz vertauscht habe. Entdecken wir aber eineAehnlichkeit unserer Neigungen und Gesinnungen mit den ihrigen, einen harmonischenEinklang mit den Gesiunungen und Handlungsweisen, eine eigentliche Geistesverwandt-schaft, dann ist unser Herz nicht nur angesprochen, eS wird angezogen, durchdrungenvon Verehrung und Liebe gegen eine solche, zwar ^ugekanute, aber uns deuuoch theuergewordene Person und unser Geist schwingt sich hinüber ins bessere Land, wohin sielängst geschieden ist, um mit ihr einen ewigen Frenndschaftsbnnd zu schließen. IhrAndenken wird, wie daS deS Gerechten, stets gesegnet seyn. Sie ist zwar nicht heiliggesprochen, doch wenn Gott ihr, wie nach ihrem irdischen Leben zu erwarten, dieKrone deS ewigen Lebens für ihre Treue gegeben, so ist sie ja auch unter denen, diewir an dein Tage aller Heiligen anrufen. Möge sie auch für uns bitten.