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tigkeit widerfahren lassen werden, wenn der Augenblick gekommen seyn wird, sichüber die Gesetze des Unterrichtes und des Beistandes anszusprechen. Ein entgegen-gesetztes Benehmen würde die große Leichtigkeit vernichten, deren sich, Dank demGeiste der Mäßigung der Regierung, jetzt Alle erfreuen, die freie Schulen gründenwollen, welche sich die Katholiken eben nicht zu allerletzt zu Nutze machen. Anderer-seits hat auch das Ministerium das größte Interesse, gerecht zu seyn: in den Kam-mern sowohl, als auch im Lande bilden die Katholiken eine neutrale Partei, derenUnterstützung vaS Uebergewicht nach der Seite hinneigt, wohin sie sich wendet. Wennsich daö Ministerium gegen sie erklärte, so wäre der Sturz desselben unvermeidlich.ES hat zu viele Beweise von Einsicht und Klugheit gegeben, als daß es sich überdie Lage täuschen oder ihr keine Rechnung tragen sollte. Aber was immer für einegnte Meinung man auch vom gegenwärtigen Ministerium und der ministeriellen Parteiin den Kammern haben mag, so würde man sich dennoch sehr täuschen, wenn mandiese Partei, vu massv genommen) von jenen Irrthümern und Leidenschaften, welcheden Liberalismus zum Vorläufer der traurigsten politischen nnd socialen Umwälzungenmachen, befreit glauben wollte. „In keinem Lande", sagte unlängst ein Minister desprotestantischen Bekenntnisses, „gibt es zwei Minister unserer Religion, welche überdie allerwichtigsten religiösen Fragen dieselben Ansichten hätten." Die Ausrichtigenunter den Protestanten gestehen cö selbst ein, daß ihre Minister fast alle von ratio-nalistischen Grundsätzen durchdrungen sind, und daß ihr Unterricht, sey es nun aufden Kathedern der theologischen Facultät, oder sey es der, der dem Volke ertheiltwird, im Grunde die Principien einer jeden übernatürlichen Religion zerstört. WenneS nun so in den Reihen der sich „heilige Miliz" Nennenden aussieht, welches magder sittliche und intellectuelle Zustand der großen Menge seyn? In den protestantischenKirchen hören sie von Christus nnr in nichtssagenden Redensarten sprechen, außer-dem sind sie in gemischten Schulen erzogen, wo es in Religionssachen untersagt ist,etwas Anderes zu lehren, als die Einleitung zum Unterrichte der dogmatischen Wahr-heiten. So wird denn der religiöse Glaube auf eine unaussprechliche Weise geschwächt,und geht folgeweise gänzlich verloren. Hierdurch wird natürlich auch die Zahl der-jenigen immer größer, welche die StaatSomnipotenz predigen, sey cS nun in Bezugauf die Religion oder den Unterricht oder die Armenunterstützung, oder auf was im-mer für eine andere Sache. Man biancht wohl nicht daran zu erinnern, daß dieseAnbeter des Staats-Gottes die Reihen der Armee verstärken, welche aufs Heftigstegegen die Freiheit der Kirche, so wie gegen alle anderen Freiheilen, welche von diesereine Folge sind, in den Kampf zieht. Aus demjenigen, was im Nachfolgenden überden Charakter, wie er sich bei dem größten Theile der holländischen Protestantenzeigt, gesagt werden wird, kann man auf die Anzahl jener Götzendiener schließen.Wozu sind diejenigen, die keinen religiösen Glauben mehr haben, und, unbekümmertnm die Moralität ihrer Handlungen, thalsächlich die Heiligkeit des Zweckes procla-miren, nicht fähig? Man wird sich daher nicht wundern, wenn die eifrigsten Mit-glieder und Apostel der protestantischen geheimen Gesellschaften sich gerade aus solchenLeuten recruliren. Obschon sie jedes positive Dogma, jede geoffenbarte Religion ver-achten, so nennen sie sich doch die Erhalter und die Vertheidiger des Protestantismus .Der Haß gegen den Katholicismus ist allerdings die Grundlage und das Verbindungs-mittel dieser finstern Gesellschaften, und auf diesen Titel hin haben sie ein Recht,daran Theil zu nehmen.
Der Hauptzweck dieser geheimen Gesellschaften besteht darin, die BevölkerungdeS Landes gegen die Katholiken aufzuhetzen; und um ihn zu erreichen, weichen sievor Nichts zurück. Die Schändlichkeit der Mittel, welche sie anwenden, müßte, wiecö scheint, jedes ehrbare Herz empören, aber Thatsachen beweisen, daß sie dennochEinfluß ansüben, selbst ans solche Leute, die ihr Rang uud ihre Stellung einesBessern belehren, und die zum wenigsten einsehen müßten, wie gefahrvoll derartigegeheime Gesellschaften in einer Zeit sind, wie die unsrige ist. Aber anstatt sich ihremverabscheuungswürdigcn Einflüsse zu entziehen, wie cö Pflicht für sie wäre, halten