Ausgabe 
11 (6.7.1851) 27
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durch die Forschungen und Illustrationen der PP. VosiuS, Boldetti und Marangoni.Bei cilledcm haben unsere dießjährigen Nachgrabungen u»S die Wiedereröffnung vielerunterirdischen Straßen möglich gemacht, welche unS wieder mit Gemälden bekanntmachten, die zwar von Bosins schon veröffentlicht, aber seitdem für verloren erachtetwurden. Wir erinnern besonders an die Crypta oder unterirdische Kirche des heiligenMarcellinuS und PctrnS, welche in drei getrennte Räume eingetheilt ist. Die Ge-mälde in derselben, obgleich wohl nicht vor der Mitte des 4ten Jahrhunderts gear-beitet, sind für die Geschichte der christlichen Kunst von großem Interesse. VorMarcellinus, PetruS, GorgoniuS TiburtiuS"" findet sich nicht derTitelSancluS"", der nach der Meinung eines Fremden vor den Bildern vonCäcilia, Catharina und Cyriaca in den Katakomben von St. Cyriaca an der ViaTiburtina gefunden sey, und zwar sollen nach seiner Angabe diese letztem BilderauS dem 3ten, höchstens 4ten Jahrhundert herrühren, während die Kritik, welche unSstets leitet, unö nöthigt, sie noch späicr, als aus dem 8ten Jahrhundert anzusetzen.

Wcrthvoller noch war der Fund, den wir am äußersten südlichen Ende derKatakomben deS PrätcrtatuS machten: nämlich zwei ausgemalte Grabkammcrn, vondenen sich im BosiuS nicht einmal eine Ahnung findet. Wir erinnern uns nicht,daß man jemals in den Katakomben diese Verbindung der Figuren gefunden hat:nämlich einen MoscS, der mit dem Schlag der Ruthe eine Quelle auS dem Felsenentspringen läßt, die sofort zum Flusse wird: dann einen Fischer, welcher seine Angelin diesen Fluß geworfen hat und nun zwei Fische an derselben emporzieht: dann einenMann, welcher derselbe scheint mit den beiden erstem, seine Hand legend auf daSHaupt eines nackten, wie eS scheint, eben erst aus dem Flusse aufgetauchten KindeS:den Gichtbrüchigen, welcher eben gesundet, sein Bett auf den Rücken nimmt undwandelt: zuletzt einen Tisch, an dem Mehrere wie zum Mahle fitzen. Also eine Andeu-tung der vier ersten Sacramente, der Taufe, Firmung, der Eucharistie und der Buße.

Eben so lehrreich waren die Entdeckungen in den Katakomben von St. SirtuS,in welche wir seit mehreren Jahrhunderten zuerst wieder eindrangen, indem wir unSvermittelst einer alten Sandgrube, welche unS auf Katakomben zu deuten schien, denEingang dazu bahnten. Außer den wiederholten Bildern deS heiligen PetruS undPaulus trafen wir das Bild deS heiligen Sirius. Auch hier war das 8018 nichtvor die Namen Petrus, Paulus und Systus gesetzt, obgleich die Bilder schon spät,etwa auS dem Ende deS 4ten Jahrhunderts sind. In dem Bogen über genanntenBildern ist eine allegorische Darstellung der Geschichte der keuschen Susanna. EinLamm in einer gewissen, Scheu verrathenden Stellung geht in der Mitte und überdemselben bemerkt man die Worte: 8us3nns. Zwei reißende Wölfe nähern sich grim-mig, um jeneS in Stücke zu zerreißen, mit der Inschrift: 8enic>res. ES ist dießgleichsam ein Schlüssel für die Beurtheilung der übrigen symbolischen Bilder aus denersten christlichen Jahrhunderten.

Ueber Erwarten viele Grabsteine mit Inschriften haben wir seit sieben Mona-ten aufgefunden; sie belaufen sich auf mehr als 20». Der heilige Vater hat sie inden Lateranpalast bringen lassen nebst vier von unS in den Katakomben von SirtuSgefundenen Sarkophagen. Sie sollen den Grund legen zur Bildung eincS neuenchristlichen MuseumS, wozu der Lateran mehr als jedes andere Gebäude NomS geeig-net ist. Eine merkwürdige Inschrift, mit einem Grabstichel in Kalk eingegraben,konnte noch nicht transportirt werden, ist aber von Vielen an Ort und Stelle besich-tigt ES scheint ein Spruch von einem rechtgläubigen Christen zur Zeit deS AriuSzu seyn, und zwar wollte er zum Bekenntniß des Glaubens an Christum denAllmächtigen Gott das deS Glaubens an das Fegfeuer hinzufügen:

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