814
„Die klein gedruckten Buchstaben waren verwischt. Ein ähnliches vvus reinßeret, spiritum tuum befintel sich im Museum deS römischen Collegö.
„Wir erwähnen »och dreier merkwürdiger Zeichen, welche man an dem Schluß-stein der Gräber angebracht, um daran die Zeit deS TodeS zu erkennen. Jemand,der alle Gräber von ihm theuren Personen unter den übrigen bezeichnen wollte,wählte dazu ein historisches und chronologisches Zeichen, nämlich Münzen deS Mari-mianus FarculeuS, dieses grausamsten aller Verfolger der Christen. Wir lösten sieab und fanden an der Kehrseite die gewöhnlichen Worte: Alonvt» ^uzZ. — EinAnderer hatte dazu eine kslera gewählt. Sie trägt das Bild eines weiblichenKopfeS und ist in der Mitte durchbohrt, um sie am HalS tragen zu können. Sie,wie noch drei andere in geringerer Größe, sind von calcedonischem Sapphir, undzwar haben sie als Prämie für Soldaten gedient. — Ein Dritter hatte sich zu dem-selben Zwecke eines sardonischen Edelsteins bedient, der zu einer Camoce mit demBildnisse deS Oetavianus Augustuö gebildet war. Kunstkenner beurtheilen sie alseine ausgezeichnete, in ihrer Art einzige Arbeit." — Pater Marche spricht amSchlüsse die Hoffnung aus, seine Entdeckungen der Art in einer periodischen Zeit-schrift zu veröffentlichen.
Die Errichtung der St. Petri-Brnderfchaft für den Dombau
Köln. Die diesjährige Vigilie deS Festes der heiligen Apostelsürsten Petrus und PauluS hat für den Kölner Dom eine ganz besondere Bedeutung gewonnen,indem an diesem Tage ein längst gewünschter und oft besprochener Priesterverein fürden Bau dieses in der Ehre deS heiligen Petrus gegründeten Tempels in der Formeiner Bruderschaft vom heiligen Petrus ins Leben getreten ist. In Folge einer ausden Wunsch Sr. Eminenz deS CardinalS Herrn v. Geissel, unsers hochwürdigstenHerrn ErzbischofS , von dem zur Gründung dieser Bruderschaft zusammengetretenenComite ergangcnen Einladung hatte sich die städtische Geistlichkeit und die AlumnendeS Seminars in dem großen Saale deS erzbischöflichcn PriesterscminarS eingefunden,woselbst auch das hochwürdige Domcapuel versammelt war und Se. Eminenz derCardinal mit dem Herrn Weihbischofe gegen 10 Uhr erschienen. Im Namen deSComites richtete der zeitige Decanatsverweser, Herr Oberpfarrer Schnepper an denHerrn Cardinal folgende Worte:
„Eminenz! DaS Comit6, welches sich mit Wissen und Gutheißung Ew. Eminenzunter leitender Mitwirkung unseres hochwürdigsten Herrn Weihbischofes und Gencral-vicarS über die Wiedererrichtung der ehemaligen unter dem Patronate der heiligenApostel Petri und Pauli so segensreich bestandenen Dombaubruderschaft berathen,hatie vor Kurzem die Freude, die entworfenen und vorgelegten Statuten zu dieserBruderschaft von Ew. Eminenz gulbefunden, demnach genehmigt und die Bruderschaftkanonisch sanctionirl zu sehen. Die nunmehr zu bewerkstelligende Publicirung undEröffnung der Bruderschaft, glaubte daS Comite, könne nicht angemessener, als vordem versammelten ehrwürdigen KleruS der Stadt Köln , und nicht passender, als andem Tage der Vigilie der heiligen Apostel PetruS und PauluS , und nicht würdigerund feierlicher geschehen, als unter der hohen Gegenwart und Autorität Ew. Eminenz.Und Ew. Eminenz hatten die Gnade, sich gern bereitwillig zu erklären, an diesemTage in eigener Gegenwart die Statuten der Bruderschaft publiciren zu lassen unddie Bruderschaft Selbst zu eröffnen. Deßhalb hat sich die gcsammle Geistlichkeit dieserStadt in Folge der an sie ergangcnen Einladung heute ehrfurchtsvoll vor Ew. Emi-nenz versammelt. Möge eS nun Ew. Eminenz gefallen, die unter dem Patronate derheiligen Apostelfürsten kirchlich sanctionirte Dombaubruderschaft mit deren Statutenpubliciren zu lassen, dieselbe zu eröffnen und unter Ihrem begleitenden erzbischöflichenSegen inö Leben einzuführen. Möge durch den neuen Eifer und die erhöhte Begei-sterung, welche Ew. Eminenz letzter Hirtenbrief für die heilige Dombausache allgemein