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hervorgerufen hat, auch diese neu errichtete Bruderschaft eine eifrige Theilnahme undallgemeiue Aufnahme unter dem gesammten Kleruö finden, und dieser sich auch hierinals würdige Nachkommenschaft jener heiligen Männer erweisen, wovon im heutigenTagesofficium gesagt ist: Illi viri misorienrcliae! sunt, quorum pietstes non clvsue-runt, nereclitss ssneta nepote8 enrum,"
Se. Eminenz ertheilten hierauf dem Domcavitular Herrn Strauß den Auftrag,die Statuten der Bruderschaft und die von Höchstdeuselben vollzogene GenehmigungS-Urkunde zu verlesen.
Nach Verlesung dieser Urkunde richtete Se. Eminenz eine Anrede an die Ver-sammelten, worin dieselben zunächst Ihre Freude über dieses Begebniß des heutigenTageS auösprachen und unter Hinweisung auf die verschiedenen Beweggründe, auSwelchen bisher die Thätigkeit für den Dombau hervorgegangen, cS als die Sache deSPriesters bezeichneten, der Religion, deren Dienste er sich gewidmet, auch die äußereDarstellung zu verschaffen, die in unserm Dombau in einer so großen Vollendunghervorträte. In dem weitem Verlaufe der Rede zeigten Se. Eminenz, rrie bedeu-tungsvoll gerade die Kölnische Metropole der PeterSdom genannt werde, und wie sichauch hierin wieder das ehrenvolle Bestreben der Kölnischen Kirche zeige, die zweiteStadt in der Christenheit zu seyn nach Rom , daS in seinem PeterSdome ein Symbolder Einheit der ganzen auf dem Erdkreise verbreiteten Kirche besitze. In den auf denAusbau unsers PeterSdomes gerichteten Bestrebungen des Klerus erkannten Se. Emi-nenz auch dieses höhere Streben, begrüßten mit hoher Freude die Kundgebung des-selben in der Neuerweckung der in frühern Jahrhunderten in Köln bestandenen St.Petri.Bruderschaft, fügten den Wunsch hinzu, daß diese sich nicht allein über unsereganze Erzdiöcese, sondern über die fernsten Kreise deS Vaterlandes ausbreiten möge,verkündeten alödaun die St. Petri-Bruderschaft in kanonischer Form für errichtet, undertheilten, während alle Anwesenden niederknieten, derselben Ihren oberhirtlichen Segen,
Se. Eminenz zeichneten nun Höchstihren Namen in die Liste der Verbrüderten,und hatten die Freude, die anwesenden Geistlichen Ihrem Vorgange folgen zn sehen.
So ist denn wieder eines der herrlichen Institute der Vorzeit in daS Lebengetreten, in denen uusere großen christlichen Bauwerke die Quellen für die erforder-lichen Geldmittel fanden. Zwar beschränkt eö sich jetzt noch auf Priester, aber wenndiese, wie nicht bezweifelt wird, in großer Zahl sich daran werden bctheiligt haben,so ist die Form leicht gefunden, in welcher auch die Laien ihren Antheil an dem hei-ligen Werke haben werden. Der durch diese Bruderschaft für unsern Dom gewon-nene kirchliche Boden ist reich an Quellen, die für göttliche Zwecke fließen. GotteSSegen leite sie dem heiligen Werke deS DombaueS zu! (D. V. H.)
Saarlouis , 26. Juni. Der verflossene 15. Juni war für unsere Stadt derAnfang einer gesegneten Zeit, die hoffentlich noch recht lange in ihren Wirkungenfortdauern wirk^ An diesem Tage nämlich, als am Feste der heiligen Dreifaltigkeit,begann Pater Zobel, dieser aus frühern Missionen, besonders aus Offenburg undLuxemburg rühmlichst bekannte Missionär, nebst sechs andern Redemvtoristen, die mitihm seit einigen Monaten in der unS nahe gelegenen Congregation dieses Ordens,in Teterchen, weilen, bei uns eine Mission, die für unsere Stadt seit ihrem Bestehendie erste ist. Der Charakter unserer Stadt ist vorwiegend französisch; in Bezug aufdas religiöse Leben war bisher Gleichgiltigkelt (um sich keines stärkern AuscruckeSzu bediene») das in hohem Grade hervortretende Merkmal, so daß der Misston nichtohne große Besorgniß entgegengesehen wurde. Wohl war die Theilnahme vom erstenTage an eine sehr bedeutende. In den Abendvorträgen, die Pater Zobel durch-gängig selbst hält, ist die Kirche regelmäßig bis zum Erdrücken gefüllt, so daß daSAuditorium jedesmal sich auf 5—7000 Menschen beläuft und viele noch weit hinaus