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gebräuchliche Trcibjagen auf die vielverfolgtm Väter dicßmal bei dem launenhaftenVolke nicht gelingen wollte. Auf dem Kirchhofe des Osten, eine halbe Stunde vonMetz, steht ein Denkmal, worauf itl Lebensgröße ein Priester abgebildet ist mit schar-fen und freundlichen Zügen, betend auf einem Knie, den andcrn zerschossenen Fußsteif vorwärts gestreckt, so daß au demselben oft Jmmortcllenkränzc aufgehäugt werden.Die Inschrift lautet, wenn ich nicht irre, wörtlich: „Li-git M. potot, sncien av»-cnt, lmeivn olivf clv Ii-»tmIIon ds lg zranclu arm6ö, clv I» Lomriggni» »l«?
Ivsus." Die hierin angedeutete Lebensgeschichte, welche mit der des heil. Jgnatiusvon Loyola große Aehulichkeit gehabt haben soll, wird von dem französischen Volkeganz besonders gut verstanden; sie imponirt ihm. P. Potot, der aus Metz gebürtigwar, hat ein sehr lebendiges Andenken daselbst hinterlassen; er hat auch das HauSder Jesuiten gegründet, wo 7 oder 3 Väter rcsidiren und nicht allein in ihrer beschei-denen Capelle dem Volke aller Classen täglich zu Gebote stehen, sondern auch sonstsich in mannigfache Wirkungskreise theilen. Der eine besucht vorzugsweise die Ge-fangenen, ein anderer wird mit dem Abhalten von Misstonen in Anspruch genommen;ein dritter nimmt sich der armen deutschen Dienstmädchen an, die unerfahren in dergroßen Garnisonsstadt allen Verführungen ausgesetzt sind, er gibt ihnen Sonntagsin aller Frühe eine eigene Unterweisung in kcrnigtem Deutsch, er sorgt, daß dieDicnstlosen unter der Obhnt einer eigenen barmherzigen Schwester wohlfeile sichereUnterkunft, Arbeit und neue Dienststellen finden; die übrigen Väter endlich haltendie öftern Erercitien (retraites) in den Seminarien, Erziehungsklöstern u. s. w.Den Aufforderungen zur Gründung von Kollegien können die Jesuiten nur an weni-gen Orten noch genügen; denn ein Lehrkörper ist nicht so schnell wieder gebildet undfür den höhern Unterricht ist es auf alle Weise erschwert, mit den Anstalten desStaats (der Universität) zu concurriren und gerade denjenigen speciellen Anforderun-gen zu genügen, welche die höchste Autorität der UnterrichtSpvlizei in allen einzelnenFächern als Ziel deS Wissens und als Bedingung späterer öffentlicher Wirksamkeitaufzustellen für gnt findet. So lange katholische Völker es sich gefallen lassen, laßihrer Jugend das Ziel und Maaß der Bildung lediglich auf dem Gebiete wissenschaft-licher Ablichtung festgesetzt werde, so lange die katholische öffentliche Meinung nichtin jene StaatSautorität selbst eindringt und selbst mitbestimmt, was Unterricht undErziehung vor Allem zu leisten haben, so lange ist wesentliche Abhilfe nirgends zuhoffen. ES ist für jetzt auch wohl schwer vorauszusagen, ob es den Jesuiten alleingelingen werde, im höhern Unterrichtswcscn sür die gegenwärtige Zeit wieder wieehemals specifische Heilmittel aufzufinden.
Für den VolkSunterricht in den Städten leisten einstweilen die Schnlbrndcr( Brüder der christlichen Lehre) ausgezeichnete Dienste und bestehen bereits mit denStadtschulen eine glückliche Concnrrenz. In Metz haben sie zwei Schulen, in St.Martin und St. Vincent, die in vortrefflichem Stande sind, obgleich sie nur durchfreiwillige Beiträge weniger entschiedener Katholiken einstanden sind. In andernStädten haben sie auch Pensionate sür den Handels- und Gewerbstnnd errichtet, demeS, neben den Rechenkünsten, ganz besonders auf streng sittliche Zucht, Ordnungenliebe, Sparsamkeit und Bescheidenheit in der Kindererziehung ankommen muß; unddiese Anstalten sollen sich bereits zur großen Zufriedenheit des Publicumö bewähren.Von dem gelehrten Schulwesen halten sich die Brüder mit grundsätzlicher Demuthzurück; überall aber, wie namentlich in Metz, wird der gute Geist, die freundlicheBehandlung, die Freudigkeit der Kinder loliend anerkannt und die Wolilfeilheit dieserSchulen sichert ihnen noch wachsenden Ruf.
ES muß in der That als ein Wunder erscheinen, wie in der aufgelösten fran-zösischen Welt bei Jünglingen in der Blüthe der Jahre — diese Zahl habendie Schulbrüdcr, wenn ich nicht irre, bereits erreicht — der Beruf zu einem soschweren, so selbstverläugnenden Leben entstehen konnte und täglich bei mehrern ent-steht. Die Brüder haben ihre drei Ordcnsgelübde mit einigen besondern Regeln undvielen, trotz des ermüdenden BerusS sehr strengen Fasten. Sie sind den Pfarrgeist-