Ausgabe 
11 (13.7.1851) 28
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diese unsere Spaltung heilen möge, wozu Er, Er allein die Macht hat. Um allge-mein annehmbar zu seyn, muß dieser Vorschlag in solcher Weise gemacht werden,daß Niemand in seinen religiösen Ueberzeugungen und Gefühlen dadurch verletzt werde.Da die Katholiken die Ueberzeugung haben, daß alle von ihrer Kirche gelehrtenGlaubenssätze unfehlbar wahr sind, und daß mithin nur in dieser Kirche die Einheitin der Wahrheit erlangt werden kann, so werden sie aufgefordert, täglich ein jederzum allmächtigen Gott durch unsern Herrn Jesus Christus zu beten, daß er zur Ge-meinschaft mit der katholischen Kirche alle unsere Brüder, die von ihr getrennt sind,zurückführe, zugleich wolle ein jeder die Vermittelung der hochbegnadigtcn MutterGottes und der übrigen Heiligen zu demselben Zwecke anrufen, und keine Mühescheuen, um alle Katholiken in der ganzen Welt zu dieser Gebetsvereinigung zu bewe-gen; auch wolle ein jeder sein eigenes Herz zu heiligen, und vollkommene Kenntnißseiner Religion und ihrer Begründung zu erwerben bemüht seyn, so daß er durch dieMacht emeS heiligen Beispiels und durch eine freundliche, weise Belehrung die gött-liche Gnade fördere, welche er für seine Brüder, die er im Irrthum glaubt, durchsein Gebet zu gewinnen hofft.

Die Mitglieder derjenigen Religionsgesellschaften, welche weder für ihre Per-sonen, noch für ihre Gemeinschaften irgend eine unfehlbare Sicherheit vor Irrthümernbeanspruchen (außer etwa dem Glauben an die göttliche Eingebung der heil. Schrift),werden eingeladen, Gott in einem täglichen Gebete anzuflehen, daß Er zu einer sol-chen Einheit, wie Er sie von seinen Dienern verlangt, in der Wahrheit, da, wosie vor Seinem göttlichen Auge besteht, alle vereinigen wolle, welche sich im Irr-thum befinden, in welcher Form, in welchem Grade eS auch sey; möge ein jeder vonihnen auch für sich selbst beten, daß, wenn einen Glaubenssatz gibt, für den erselbst die Möglichkeit des Irrthums in seinem Innern anerkennt, Gott ihn darübererleuchten wolle.

Wenn man einen Rath wünscht in Hinsicht der Gebete, deren man sich hier-bei bedienen möge, so sey den Katholiken empfohlen, daß sie außer dem, waS ihreeigene Andacht ihnen einflößt oder ihr geistlicher Führer ihnen angibt, sie wenigstenstäglich ein Bater unser und ein Ave Maria und einEhre sey dem Vater" mit die-ser Intention beten mögen. Protestanten, welche ein GewissenSvedenken gegen denGebrauch des Ave Maria haben möchten, ist zu empfehlen, daß jeder wenigstenstäglich daS Gebet deS Herrn beten möge, dessen einzelne Bitten sich sämmtlich so zudieser besondern Intention vorzugsweise eignen, und daß dann.daSEhre sey demVater" hinzugefügt werde.

Alle, welche diese Vorschläge billigen, werden ersucht, die Kunde derselben wei-ter zu verbreiten, sey eS in öffentlichen Aufrufen, in Journalen oder im Privatver-kehre, und an alle ohne Ausnahme wird achtungsvoll das Nämliche empfohlen, waSoben den Katholiken gesagt wurde, daß jeder erstreben und erflehen möge die Vervoll-kommnung in allen christlichen Tugenden, namentlich in der Demuth und in der Liebe,da die Demuth vorzugsweise geeignet ist, alle Hindernisse der Einheit zu beseitigen,während die Liebe in allen Herzen das Verlangen nach der Einheit wachsen macht,bis diese glücklich erreicht wird, zugleich aber in hohem Grade die Uebel der Tren«innig mildert, so lange diese noch bestehet.

Mission in Düsseldorf .

Düsseldorf , I. Juli. Die Mission nimmt auch hier den erfreulichstenFortgang. Die drei Pfarrkirchen der Stadt, in denen von den sechs Patres dieMissionSvorträge gehalten werden, können kaum die Menschen fassen, welche denselbenbeiwohnen möchten. Der Zudrang ist fast von allen Classen gleichmäßig und derErfolg ein außerordentlicher zu nennen. Die Wuth der Demokraten (die nächst