Ausgabe 
11 (13.7.1851) 28
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Köln hier am meisten Posto gefaßt) gibt allein schon dafür Zeugniß. Daß auch fastKeiner, welcher den Predigten nur ein offenes Ohr leiht, dem gewaltigen Eindruckewiderstehen kann, macht die fast satanisch erbitterten RcvolutionSleute ingrimmig.Uebrigens sind Störungen nirgendwo vorgefallen und anch nicht leicht zu befürchten,da diese Antichristeil immer nur ein kleines Häufchen bilden und die Wachsamkeit derKatholiken Ercesse nicht ungeahndet dulden könnte. Indessen haben sich diesestarken"Geister (welche durch die Predigten einiger schlichten Väter in Angst gesetzt werden!)in einer Epistel an die Missionäre Luft gemacht, welche zwar an Raserei und Wahn-sinn gränzt, aber doch die GeHanken und Absichten der Partei in Helles Licht setzt,Man'bewundert hier allgemein die Mannigfaltigkeit der Geisteögabcn, die in den hierwirkenden Missionären so vortbeilhaft für den einen Zweck hervortritt. Während PaterRoh (in der Maxkirchc) mit bekannter hinreißender Gewalt die Geister des Unglau-bens und des Zweifels bekämpft und für den Glauben Herz und Geist zu gewinnenweiß, zieht die klare und zarte Milde des Pater Haßlacher (in der Jesuitenkirchc)die Herzen an und übt den nachhaltigsten Einfluß auf daS Gemüth; daneben wirktdie kräftige und eindringliche Sprache des Pater Roder (in der Lambertuspfarrei)nicht minder mächtig auf die großen Massen, deren unterste Schichte» besonders inletzterer Pfarrei wohnen. Mit und neben jedem dieser drei Missionspriestcr arbeitetnoch ein jüngerer Pater, welcher wieder in seiner Weise den Acker deS Herzens zubearbeiten weiß. Die getroffene Vcrthcilung und Anordnung kann nur eine höchstgelungene genannt werden; der bis jetzt schon erzielte großartige Erfolg wird dafürzeugen. Besonders bemcrkenswerth ist auch, daß sehr viele Protestanten und selbstJsraeliten zu den Vorträgeil sich hindrängen uud durchweg sehr befriedigt werden.Auch kein Wort deS Tadels ist von dieser Seite lant geworden. Am Schlüsse derMission wird auch der Herr Cardinal-Erzbischof von Köln erwartet, welcher in diesemAugenblicke in der benachbarten Stadt Crefcld das heilige Sacrament der Firmungspendet. (Rhein . Bl.)

Düsseldorf, 7. Juni. Am vergangenen Freitag langte Cardinal-Erzbischofv. Geissel, von Crefeld kommend, wo derselbe gesinnt hatte, hier an und war demhohen Kirchenfürstcn ein sehr feierlicher Empfang seitens der Bürgerschaft bereitet.Man war der Meinung, der Besuch deS Herr» CardinalS habe die Einweihungeines zur Erinnerung an die Wirksamkeit der jetzt hier anwesenden Missionäre ander Franciöcanerkirchc errichteten Hochkreuzcs zum Zwecke; dem war aber nicht so;Se. Eminenz wohnte bloß den Predigten der Missionäre in den verschiedenen Kir-chen bei und setzte dann seine Reise nach Köln fort In dem Hotel des Grafen vonSpee, wo der Cardinal sein Absteigequartier genommen, war mit als Gast anwesendder bekannte Pater JguatiuS (Lord Georg Spencer), der hier für die Mission inEngland collectirte und wie eS heißt, reiche Ernte gehalten haben soll. Die Missio-näre haben gestern ihre Mission geschlossen: der Pater Roh hielt zum Schlüsse untergroßem oratorischen Aufwands eine ausgezeichnete Rede, in welcher er die Ansichtderer bekämpfte, die in Christus einen Demokraten und Communistcn erblicken möch-ten. Es hatte die Kunde von diesem Vortrage eine ganz ungewöhnliche Menschen-menge aiiS der Umgegend gestern in unserer Stadt versammelt; Düsseldorf hat wohlnie an einem Tage so viele Fremde in seinen Mauern gesehen. Obgleich es vonSeiten der radicalen Partei nicht an Demonstrationen gegen die Predigten gefehlthat, indem sie in Maueranschlägen verhöhnt nnd durch anonyme Drohuugen verfolgtwurden, so haben sie doch im Ganzen sich die allgemeine Achtung erworben, undmanches Herz gerührt und dem Guten zugewendet. Vorzüglich hat eS gefallen, daßsie jede Veranlassnng, die zu confessiouellen Schwierigkeiten hätte führen können,sorgfältig vermieden und auch mit Ausnahme der Schlußrede sich von allenpolitischen Anspielungen in ihren Vortragen fernhielten. Am letzten Abend war eingroßer Theil der Stadt zu Ehren der Jesuiten beleuchtet. (Fr. O.-P.-A.-Z.)

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Verantwortlicher Redacteur,- «. Schönchen. , Verlags-Jnhaber- K, C. Krcmcr