Ausgabe 
11 (20.7.1851) 29
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zu Gernsh'.'im, von den andern zahlreich herzugekommenen Pfarrgeistlichen an demWallfahrtsorte, wo im Freien viele Beichtstühle aufgeschlagen waren, von des Mor-gens vier Uhr an Beicht gesessen, mehreren Tausenden wurde die^heilige Communiongcsvendet. Der hochwürdigste Herr Bischof hielt die erste Predigt und bewies darinmit seiner gewohnten Beredsamkeit die Gottheit Jesu Christi ; ihm folgte deS Nach-mittags zwei Uhr sein hochwürdiger Bruder, der die Nothwendigkeit der Beichte dar-that und um vier Uhr betrat der hochwürdige Pater Schlosser die Kanzel, umden zahlreichen Zuhörern recht eindringlich die Verehrung der heiligen Mutter GottesanS Herz zu legen. Bon diesem Tage an nahm die Mission eine andere Wendung.Es war an demselben viel gebetet und die Mission ganz besonders unter den Schutzdieser großen Himmelskönigin gestellt worden, zu der man nie umsonst seine Zufluchtnimmt. Dieses sah man bereits am andern Morgen, wo die geräumige Kirche zuGernSheim , auS der man zudem alle Bänke, um mehr Platz zu gewinnen, entfernthatte, schon bei der ersten Predigt ganz angefüllt war; die Beichtstühle fingen anumlagert zu werden, besonders der des vielgeliebten Oberhirten, welcher auch vonvier Uhr Morgens an, gleich nach seiner heiligen Messe, bis zum Abend (wenigenothwendige Erholungsstunden abgerechnet) in dem Richterstuhle der Buße thälig war,aber desungeachtet seine Beichtkinder alle zu hören nicht im Stande war. Von dieserZeit an bemerkte man ebenfalls, wie die Leute sich nicht mehr damit begnügten, dieMission sehr schön zu finden und sie anzupreisen, sondern wie sie allmälig in sichgingen und an sich die ernste Frage stellten: Wie steht eS mit dir? Wie siehts mitdeinem Seelenheile aus? daher dieser feierliche Ernst, der auf den Gesichtern Allerzu lesen war. Einen besonders günstigen und tiefen Eindruck machten die feierlicheWiederversöhnung, die in der Kirche vor dem ausgesetzten Allerheiligsten unmittelbarnach der Predigt über die Feindesliebe vorgenommen wurde, die Abbitte vor demhochwürdigsten Gut wegen all der Unbilden, die dem göttlichen Heiland in demhochheiligen Sacrament zugefügt worden sind und noch tagtäglich zugefügt werden,die Erneuerung der Taufgelübde und endlich die Einweihung des großen MissionS-krenzes, welches am Sonntag Nachmittag gegen vier Uhr in großer Processivn von200 Jünglingen von der Kirche zum Gottesacker abwechselnd getragen und dort auf-gepflanzt wurde und darauf folgende Schlußpredigt, in der die versammelten Zuhörerzur Beharrlichkeit nochmals und sehr eindringlich aufgefordert wurden. (M. S.-Bl.)

Mainz .

Mainz . Eine besondere Feierlichkeit war unlängst mit der in unserer Lieb-frauen- (Seminar-) Kirche stattfindenden Muttergottesandacht verbunden. Die seitlängerer Zeit bereits hier wohnende Gräfin Jda Hahn-Hahn hat nämlich ein golde-nes, aus ihrem abgelegten Geschmeide verfertigtes Herz der heiligen Muttergotteözum Weihgeschenke dargebracht. Sie übergab es der Bruderschaft vom heiligen Her-zen Maria, damit es diese dem Gnadenbilde der Liebfrauenkirche als Gabe der gan-zen Bruderschaft widme. Das ist am erwähnten Tage durch Herrn DomkapilularLennig, als Präses der Bruderschaft, in der Weise geschehen, daß derselbe an diesemAbende nach gehaltener Predigt über die WorteAve Maria" von der Kanzel herabauf das geschenkte Herz, welches dem Gnadenbilde der seligsten Jungfrau zum ersten-mal war angelegt worden, Bezug nahm. Ehre der Geberin, die seit ihrem Verwei-len in unsern Mauern sich stets als eine milde Wohlthäterin und eifrige persönlichePflegerin der Dürftigen bewiesen hat, überall, wo zu einem guten Werke Gelegen-heit gegeben ist, mit regster Thätigkeit voransteht, und'auch hier wieder einen Beweisihres edlen Sinnes, ja gerade hier einen Ausdruck dessen, was, ihr Inneres erfül-lend, sie zu jeglichem guten Werke kräftigt und begeistert, gegeben hat. (K. Sbl.)

Verantwortlicher Redacteur : L. Schönchen.

VerlagS-Jnhaber: F. C. Kremer