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sem Pensionate, das allen Anforderungen seiner Bestimmung auch für die höhernStände genügt und in mehreren Unterrichtsfächern ausgezeichnet seyn soll, ist auchdas Noviziat verbunden, da Metz das Mutterhaus deS Ordens ist. Das Stamm-haus der Stifterin zu Organcy dagegen dient jetzt als Zufluchtsstätte für die krankenund ausgedienten Schwestern und zugleich als ihre letzte Ruhestätte.
(Fortsetzung folgt.)
Lyon, 4. Juli. Lyon ist von jeher im Osten von Frankreich das großeCentrum aller religiösen Bewegungen gewesen. Im Mittelalter lag dort der Katho-licismus mit den Waldensern im Streit, zur Reformationszcit suchten die Calvinistenvornehmlich daö Gebiet von Lyon dem Katholicismus widerspenstig zu machen, seitder Revolution bis heut zu Tage haben es auf Lyon ganz besonders zwei Parteienabgesehen, um diese Stadt, die wahre Metropole des Katholicismus in Frankreich ,demselben abtrünnig zu machen: nämlich die socialistischen und communistischen Sectenaller Art, so wie die vornehmen Genfer und Waadtländer MomierS, welche dieKraft ihreö Geldes ausstrecken, um in Savoyen, in Piemont, in Lyon und demDauphins so viele Convertiten zu machen, als ihnen nur immer möglich ist. DieseMomierS haben einen Anhang zu Lyon unter einigen Hauptmitgliedern des Genfer Handelsstandes, die daselbst durch ihre Fabriken und Spekulationen eingebürgert sindund gerade den heutigen Moment für geeignet halten, ihren ProselytismuS von Lyon auS über das südöstliche Frankreich auszubreiten. Dadurch gerathen sie, wie zuGenf , im Waadtland, in Savoyen in heftigsten Conflict mit dem katholischen Kleruö.Einerseits verbreiten diese MomierS kleine Tractätchen unter daS Volk, von außenganz im katholischen Gewände, und nachdem sie so sich in ein gewisses Vertrauenihres LeserS eingebürgert haben, greifen sie den katholischen Klerus an, als ob erdaS Lesen der Bibel verbiete, dem Volk die Wahrheit vorenthalten wolle, um esnach seinen Zwecken zu leiten, und solcherlei Umtriebe, die, gingen sie von katho-lischer Seite wider die Protestanten aus, von ihnen zurückgewiesen werden würdenals jesuitische Intriguen. Andererseits ziehen diese Momiers arme katholische Hand-werker an sich, die einen schweren Hausstand mit vielen Kindern haben, und sagenihnen, sie würden für Arbeit der Väter und Erziehung der Kinder sorgen, wenn siedieselben aus katholischen Schulen wegthun und in protestantische Schulen gehenlassen wollten. An der Spitze dieser Umtriebe stehen im Privatleben sehr achtbareLeute, besonders reiche Frauen, welche die allereifrigsten dabei sind; die Pastorenhalten sich mehr im Hinterhalt, und so gewinnt alles die Färbung einer gewissenAristokratie des Geldes, daher der Widerspruch der Socialisten und Communisten,welche das Volk allen christlichen Einflüssen entziehen wollen, nicht allein den katho-lischen, sondern auch den protestantischen, die es materialistren möchten, und amkatholischen Klerus, welcher dem Volk und der arbeitenden Classe bei weitem nähersteht, als der protestantische, einen Gegner finden, der ihren Verführungskünstendurch sein hartnäckiges Widerstreben vollkommen gewachsen ist. Allcö dieses Getreidewogt hin und her in Lyon , dem Dauphins, streift nach Savoyen hinein und versuchtes sogar mit Piemont und der Provence . (A. Z.)
Im Klerikalseminar zu Köln werden zur Förderung der katholischen Kunst aufVeranlassung der geistlichen Behörden regelmäßige Vorträge über diesen Gegenstandgehalten. Gleich im ersten Vortrage wurde vom Appcllg.-Rath August Reichenspcr-ger über die hohe Bedeutung des christlichen Kunststudiums für das gesammte christ-liche Leben gesprochen.
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.
VerlagS-Jnhabcr: F. C, Krem er.