Ausgabe 
11 (3.8.1851) 31
Seite
241
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Eilfter Jahrgang.

Sonntags-Betblatt

zur

Augsburger Pojtzeitung.

3. August AK. 1851.

Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige AbonnementspreisTV kr., wofür es durch alle königl. baycr. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann.

Was das Mährchen von Oskar v. Redwitz uns Schullehrern

erzählt.

(Schluß.)

Hören wir, wie's dem Bächlein weiter erging I

Und buhlerisch sah vom AltanDie Königstochter stolz sich an,Und sah ihm tief in's Herz hinein,

Daß es erbebt in minnigcr Qual.....

Und weiter zog's in trunk'ner Lust!

Es ging ihm leiblich wohl und war zufrieden. Doch kam ein Sturm;

Da saßt es schon der Winde Schaar

An Füßen und Händen und wallendem Haar;

Da ward es gezerrt, ward es geschwungen . , > .

Und aus den brausenden Finsternissen

Stach Blitz um Blitz auss Bächlein ein,

Gleich einem brennend bösen Gewissen.

Da wollte es umkehren zum Tannenbaum. Doch

Wie es so für sich gedacht,Da hatten sich viel' lockre Genossen , .Zum Bächlein schnell hcrbcigemacht; ....Und sangen M spöttische Ammen die Weise:Schön eia Popei, im Himmel gehnViel Schäflcin weiß wie srischcr Schnee!Das Kindlein wollt' auf die Beine steh'n,Da fiel es um und that sich weh!"

Da war daS Brünnlein verloren und eS lief mit. Nun hatten die andernWellen einen Sturm schon lange unter sich auSgesonnen wider die Feinde deS Böge-leinS, in dessen Sold sie standen. Da mußte das Tannenbrünnlein denn mit.

Da traf der entfesselte dräuende Strom

Zuerst auf einen riesigen Dom.....

Vom Thurme stieg das Kreuz in's Blau,Die ganze Erde sah es prangen.

Und eine Schlange rief:

Hichcr! und stürzt nur den Tempel um!