Ausgabe 
11 (17.8.1851) 33
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259
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Katholisches Leben in einer französischen Provinzialstadt.

(Schluß.)

Doch eS ist Zeit, nach der Aufzählung so vieler einzelnen Werke und Anstaltenkatholischer Liebe und Thätigkeit, zu dem AuSgangSpuucte zurückzukehren, zu deinKerne der bürgerlichen und christlichen Gesellschaft, welche in der französischen Pro-vinzialstadt zweiten Ranges solche Beispiele zu geben vermag. Von der städtischenVerwaltung, der Municipalität von Metz, wollen wir nur so viel erwähnen, daßsie als solche sich gegenüber der Kirche und den religiösen Interessen streng auf ihregesetzliche Verpflichtungen, wie auf eine neutrale Stellung zurückzieht, jedoch mitHumanität unv dankbaren Rücksichten denjenigen wohlthätigen Vereinen entgegen-kommt, deren Wirksamkeit da anfängt, wo der verpflichtende Buchstabe des Gesetzesaufhört. Wir setzen voraus, daß den Lesern die innere Einrichtung der Vincentiuö-vereine bekannt ist, wie dieselbe überall in einem und demselben Geiste, gleichsamals weltliche Ordensregel angenommen ist. Wir können daher von Metz sogleicheinige Besonderheilen angegeben. Der Verein, welcher von P. Lacordciire gestiftet,jetzt dreizehn Jahre besteht und mehr als 100 wirkliche thätige Mitglieder zählt, hatsich demohngeachtet noch immer in einer einzigen Conferenz zusammengehalten, unddie öfter vorgeschlagene Trennung in mehrere Abtheilungen bis jetzt noch nicht aus-geführt. Er zählt außerdem 36 Wohlthäter (welche den veräußerlichen Theil desReservefonds durch ein Capital vermehrt haben), 140 Ehrenmitglieder und mehrerehundert eingeschriebene Kchenker und Schenkerinnen. Ein Frauenverein, wie diedeutschen Elisabethenvercine, steht ihm in Metz nicht zur Seite, aber vier barmher-zige Schwestern sind eigens für die entsprechenden Zwecke deS Vereines in beständigerThätigkeit. DaS jährliche Budget beträgt durchschnittlich etwa 12,000 FrcS., welchegruncsätzlich, wie überall, nicht baar, sondern in Anschaffungen an die Armengelangen. Einen Auszug der letzten Jahresrechnung wollen wir aus den letztenNechnungSablagen hier beifügen. 5) Der Jahresbericht wird jedesmal vor Neujahrin einer größern öffentlichen Versammlung erstattet. Hiebei pflegt der lebenslänglichePräsident Herr F. seit einer Reibe von Jahren immer mit musterhafter christlicherBeredsamkeit und der Bescheidenheit und Herzlichkeit, welche nach dem Geiste desVereines Gesetz ist, die vorzüglichsten Erlebnisse des zurückgelegten Zeitraumes zu

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Einn ah in e n.

Uebcrschuß Vom vorigen Jahr einschließlich des veräußcrlichcn Reservefonds

Wöchentliche und außerordentliche Sammluugcn.....

Beiträge der Mitglieder ........

Ertrag der jährlichen Lotterie........

Von der Commission der Bälle........

Zinsen des vcräußerlichcn Reservefonds

Gaben zu bestimmten Zwecken......

Verkauf von Brod-, Kohlen- und andern Anweisungen

Summa . . .

t7,YS2 Pfund Brod .504 Kil, S00 gr, Fleisch ,.50,444 Kil. 500 gr. Steinkohlen11,440 Lit. HolzkohlenOfcnmiethenKosten der BibliothekBurcaukostcn, Auslage, AusfälleKleiningssiücke, Bettungen u, s, w>Gcfänanißwcrk . . . .Acrztliche Auslagen . .

Jahr 1850 vermehrt um 2150 Frcs.

Ausgaben.

Summa

4425 Frcs. 52 Ct.

1155

85

3921

so

90

450

^

364

20

332

' ,» ^

318

14560

7

3140

35

454

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1049

25

1235

80

5S1

35

874

90

176

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49

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7621

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hatte sich im