Ausgabe 
11 (24.8.1851) 34
Seite
272
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

S7S

Hv>^I II < ^Ä ^!'!

Pfad unseres lieben Herrn und Heilands Jesu Christi; dieser Pfad aber ist zum Theilmit Dörnern bewachsen, zum Theil steinigt, zum Theil scharf bergaufführend undmühsam, so daß eS viel Schweiß und Anstrengung kostet, denselben zu wandeln,und Freuden scheinen auf diesem Pfade nicht viele zu blühen und zu wachsen.

Aber was kümmert uns der Schein? Fort mit dem Schein! wir fragennur nach dem Ziele. Und welches sind die Ziele beider Wege? Die breite Land-straße deö Teufels führt zur Verdammniß, zum ewigen Tode der Seele; sie führtzur Hölle, wo der gesammte Schwärm der Leidenschaften und Lüste als ein scheuß-liches und wuthentbranntes Ungeziefer ohne Aufhören an der verlorenen Seele nagtund saugt, daß eS ein Stück Eis erbarmen möchte; sie führt zur Hölle, wo niemalsein Wort des Friedens, des Trostes, der Liebe und des Erbarme'ns ertönt, wo nurRache, Wuth, Verzweiflung und rasende Sündenlust kocht und die gräßlichste Gottes-lästerung und schändlichste Schmähung alles Heiligen ihren siedenden Giflschaum auf-spritzt; sie führt zur Hölle, wo die auf ewig verfluchten Seelen, in die Scheu-salSgcstalten der Teufel gekleidet, mit unerhörter und unbegreiflicher Wuth und Kraftgegen einander einen niemals endenden Vernichtungskampf kämpfen, wo die ausge-lassenste Verfolgung tobt, wo daö furchtbarste Verzweiflungsgeschrei und Schmerz-gestöhn unausgesetzt die Räume erfüllt und Qualen ohne Maaß und Ziel auf ewig,auf immerdar die Verdammten foltern. Wehe denen, welche die sanft bergabführendebreite Landstraße des Teufels wandeln! Die kurzen Freuden werden in endlose Leiden,das ausgelassene Freudengelächter und blinde Genießen in das entsetzlichste Schmerz-gcbrüll und in Bitterkeiten über alle Bitterkeiten und in unaussprechlichen Ekel ver-wandelt werden. Eure bleibende Wohnstätte wird seyn unter den Verfluchten, welchenur immer von Anfang an mit Hellem Bewußtseyn und hochmüthigem Trotze gegenGott den Vater, Jesum Christum den Sohn, und den heiligen Geist gestritten undgekämpft haben; das Blut Jesu Christi und seiner heiligen Bekenner und Märtyrerwird über euch kommen und euch mit um so fürchterlicherer Pein umschlingen, jemehr ihr auf Erden in verruchten Freuden geschwelgt und gottlose Pläne ausge-führt habt.

Aber der schmale Pfad Jesu Christi , ob er auch steil, dornenvoll und mühsamist, führt zur ewigen Glückseligkeit. An den Dornen dieses PfadeS erblühen dieRosen der Keuschheit, der Königin unter den Tugenden, die Rosen der göttlichenLiebe, der Demuth, des heiligen GottvertrauenS, der Andacht, der Nächstenliebe,deS Eifers für alles Heilige und Heilsame, des festen Glaubens und der Beharrlich-keit, welches die Krone des ewigen Lebens in der glückseligen Anschauung GotteS zuTheil wird. AuS den Kelchen dieser Rosen duften dem mühseligen Waller die stär-kendsten Gnaden entgegen und erquicken ihn mit Trost, Frieden und sanfter, heiligerHerzensfreude. Die scharfen Steine, welche auf diesem Pfade deinen Fuß verwun-den, sind köstlicher zu achten als die werthvollsten Edelsteine, da sie dir zur heilsamenBuße und Reinigung von deinen Sünden und UnVollkommenheiten dienen. Die Be-schwerden und Mühen der Wanderung ober stärken dich allmälig zu immer größeremEifer und zur Ausdauer. (Kath. Sbl.)

B r e S l a n.

DieSchles. Ztg." bringt folgende Mittheilung:Ein Artikel in derSchles.Ztg." gibt den Beweis, daß die unter unsern protestantischen Brüdern eingetreteneZurückströmung in die alte Mutterkirche ein großes Interesse für sich in Anspruchnimmt. Es wird daher nicht unwillkommen seyn, mit Rücksicht auf die Hauptstadtunserer Provinz zu vernehmen, daß in ihr ein einziger kathol. Geistlicher binnen dreiJahren durch Katechumenen-Unterricht über 600, und auf dem Krankenbett gegen 120zur kathol. Kirche zurückgeführt, also im Ganzen zwischen 7800. Dazu kommendie vereinzelt durch andere Geistliche, welche keine fortdauernde Katechumenenschulehalten, noch Aufgenommenen hinzu."

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

Verlags-Jnhaber: F. C. Krem er.