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5) Außerdem erklären wir, daß die besagten Collegien wegen der großen undwesentlichen Gefahren, welchen nach dem Urtheil des apostolischen Stuhls in denselbender Glaube und die Sitten der studirenden katholischen Jugend ausgesetzt sind, derArt sind, daß sie von gläubigen Katholiken, welche den Glauben höher schätzenmüssen, als alle irdischen Vortheile, in jeder Weise zu verwerfen und zu meiden sind.
6) Damit aber die Gläubigen des unserer Obsorge anvertrauten Volkes, überderen Glauben und ewiges Heil wir Gott strenge Rechenschaft geben müssen, durchunser Schweigen keinen Schaden leiden, werden wir in dem im Namen dieser Synodezu erlassenden Hirtenbriefe die vom heiligen Stuhle erwähnten großen und wesent-lichen Gefahren, welchen die katholische Jugend in diesen Collegien ausgesetzt ist,anzeigen und alle Gläubigen mit ernsten und liebevollen Worten mahnen, sich desBesuchs dieser Collegien gänzlich zu enthalten, damit ihr Glaube nicht befleckt undsie nicht von verderblichen Lehren angesteckt werden.
7) Die Bischöfe der Orte, wo die Collegien bestehen, sollen darüber wachen,daß diese Statuten, nachdem sie vom heiligen Stuhle bestätigt sind, von allen Prie-stern beobachtet werden, und daß von ihnen den Befehlen des apostolischen Stuhlesdie gebührende Ehrfurcht und den Statuten dieses Concils Gehorsam und Unterwür-figkeit bewiesen werde.
Endlich halten wir eS, um für die gute Erziehung der katholischen Jugend zusorgen, und die wiederholten Empfehlungen des apostolischen Stuhls zu befolgen, fürunsere Pflicht, mit allen Kräften dahin zu streben, daß möglichst bald sür die Errich-tung einer katholischen Universität in Irland gesorgt werde.
Zur „Entgegnung und Verständigung" bringt die Allg. Ztg. folgenden Berichtüber die hiesige Misston und ihre Gegner: Predigten und Andachtsübungen bildenkeinen Gegenstand der Besprechung für die politische Tagespresse und sollen keinensolchen Gegenstand bilden; es ist darum sehr begreiflich, und zugleich sehr zu billigen,daß in diesen Blättern von den durch die Väter der Gesellschaft Jesu geleiteten Mis-sionen, welche in dem südlichen Deutschland und am Niederrhein in der neuesten Zeitgehalten wurden, entweder gar nicht oder nur in kurzen Notizen vorübergehend dieRede war. Wenn jedoch in solchen Fällen außer dem kirchlichen und theologischenInteresse allgemeinere culturhistorische oder polnische Momente von selbst in Verbin-dung stehen, oder damit künstlich in Verbindung gebracht werden, so ergibt sich da-durch ein Gegenstand von allgemeinerm Interesse, und etwas, das besser in demInnern der Kirche eingeschlossen geblieben wäre, muß auf dem lauten Markt deSLebens sich verhandeln lassen. Aus diesem Grunde dürfte wohl ein genauerer Berichtüber die zu Heidelberg abgehaltene und in diesen Tagen geschlossene Mission auchfür diese Blätter, als nicht ungeeignet, erscheinen. Der Bericht soll sich wahrheits-getreu und einfach nur auf das Thatsächliche beschränken; nur am Schlüsse möge eSvergönnt seyn, einige wenige, kurze Reflexionen beizufügen.
Die Missionen begannen in unserm Großherzogthum Baden im Anfang desvorigen JahrS, zur Zeit, als das preußische Heer bei uns im Lande war, und derKriegszustand durch die preußischen Befehlshaber gehandhabt wurde. ES wäre unterdiesen Umständen sehr leicht gewesen, diese Misstonen zu verhindern, unter dem Vor-wand, daß das dadurch veranlaßte Zusammenströmen einer großen Menschenmengesich mit dem Kriegszustande nicht vereinigen lasse; aber solche Hindernisse wurdennicht erhoben, was dem gerechten und erleuchteten Sinn der preußischen Kriegsbe-hörden zur größten Ehre gereicht und gewiß stets in dankbarer Erinnerung bleibenwird. Auch rechtfertigte der Erfolg das dadurch bewiesene Vertrauen, indem auchbei den noch so zahlreich besuchten Missionen überall die vollkommenste Ruhe undOrdnung herrschte. Der Anfang damit wurde in dem obern Theil deö Großherzog-